Cold Brew - Kalter Kaffee für laue Tage

Die Geschichte und Herstellung des Cold Brews mit Anleitung zum Selbermachen und Rezeptideen.

Ricarda Teßmer von Ricarda Teßmer   |   13 September 2018
Cold Brew - Kalter Kaffee für laue Tage

Wer an warmen Spätsommertagen keine Lust auf ein Heißgetränk hat, aber trotzdem nicht auf die tägliche Koffeinzufuhr verzichten möchte, dem empfehlen wir einen eiskalten Cold Brew.

Was ist Cold Brew?

Ein Glas gefüllt mit Eiswürfeln und Kaffee, im Hintergrund ein Glas gefüllt mit Eiswürfeln, Kaffee und Orangensaft

Wie der Name schon verrät, wird beim Cold Brew der Kaffee mit kaltem Wasser aufgegossen und zieht dann über mehrere Stunden. Daher ist der kalte Kaffee kein Getränk das spontan zubereitet werden kann, aber das Warten lohnt sich. 

Wir erklären euch, was den Cold Brew so besonders macht und verraten euch außerdem, wie ihr euch ohne großen Aufwand und Equipment selbst einen Cold Brew zubereiten könnt.


Die Geschichte des Cold Brews
Seit einiger Zeit wird Cold Brew in den hippen Cafés dieser Welt als innovatives und neuartiges Kaffeegetränk angepriesen. Zugegeben, der kalte Kaffee ist noch nicht allzu lange auf den Speisekarten zu finden, neu ist die Zubereitungsmethode aber tatsächlich nicht. Schon im 17. Jahrhundert sollen Niederländer, die auf Handelsreisen durch Asien einen Kaffee genießen wollten, auf die Idee gekommen sein, das schwarze Pulver mit kaltem Wasser aufzugießen. Natürlich war es schon damals in tropischen Klimazonen angenehmer, sich mit einem Kaltgetränk zu erfrischen anstatt einen heißen Kaffee zu trinken. Das kalte “Aufbrühen” hatte aber vor allem logistische Gründe. Auf Reisen war es denkbar umständlich, Kaffeewasser zu erhitzen, und der kalt zubereitete Kaffee war auf lange Sicht betrachtet, deutlich einfacher zu transportieren.

Dass der Cold Brew heute wieder in aller Munde ist, verdankt er aber einzig und allein seinem interessanten und charakteristischen Geschmack, der durch das Aufgießen mit kaltem Wasser entsteht.


Was lange zieht wird endlich gut
Für den Cold Brew werden medium bis fein gemahlene Bohnen verwendet, die über einen längeren Zeitraum in kaltem Wasser ziehen. Durch das kalte Wasser und die lange Extraktionszeit, die sich über mehrere Stunden hinzieht, werden nicht alle löslichen Stoffe aus dem Kaffee extrahiert. Das hat zwar den Nachteil, dass nicht alle würzigen und aromatischen Stoffe am Ende im Kaffee landen, bedeutet aber auch, dass deutlich weniger Bitterstoffe gelöst werden. Dadurch schmeckt der Cold Brew etwas süßer als sein heißer Kollege.


Mehr Süße - weniger Säure
Die kalte Kaffee-Variante ist nicht nur süßer und weniger intensiv, sondern hat außerdem einen geringeren Säuregehalt, was vor allem Menschen mit einem sensiblen Magen oder Sodbrennen freuen dürfte. Durch die natürliche Süße und die geringe Säure kann man gut auf Zucker und Milch verzichten, so dass aus dem Morgengetränk nicht gleich eine Kalorienbombe wird.

So macht ihr euren eigenen Cold Brew

Kalter Kaffee mit Eiswürfeln in einem Einmachglas

Das braucht ihr: Einmachglas, Kaffeefilter, kaltes Wasser, Eiswürfel.

So wird’s gemacht:

  1. Einmachglas zu einem Drittel mit grob gemahlenem Kaffee füllen.
  2. Kaltes, gefiltertes Wasser hinzufügen.
  3. Das Glas zuschrauben und schütteln was das Zeug hält.
  4. Den Kaffee für 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.
  5. Eiswürfel in ein Glas füllen, den Filter darüber halten und den frischen Cold Brew direkt ins Glas filtern. Fertig!

Keine Angst, da der Cold Brew relativ konzentriert ist, wird er auch durch die Eiswürfel im Glas nicht verwässert. Als Filter eignen sich am besten Chemex-Filter. Ihr könnt aber auch jeden anderen Filter oder ein feines Edelstahlsieb benutzen.

Wer es noch einfacher und ein bisschen stilbewusster haben möchte, legt sich einen Cold Brew Dripper zu. Das Modell von Dripster ist ein echter Hingucker und macht sich auch super auf dem Kaffeetisch. Mit einem Dripper spart ihr euch das manuelle Filtern, denn in der Kanne befindet sich ein Edelstahlnetz. Ein weiterer Vorteil des Drippers ist das manuelle Einstellen der Tropfgeschwindigkeit. Bei vielen Kannen kann diese variiert werden, so dass ihr mit verschiedenen Geschwindigkeiten und daraus resultierenden Geschmäckern experimentieren könnt.

Cold Brew - Tonic und Cold Brew - Orange

Ein mit Eiswürfeln gefülltes Glas mit Kaffee und Tonic Water

Mit Cold Brew lässt sich nicht nur der heiße Morgenkaffee durch eine coole Variante ersetzen, er eignet sich auch hervorragend als Sundowner. Mit Tonic on the Rocks macht der kalte Kaffee optisch etwas her und bietet auch geschmacklich eine herbe Alternative zu süßen Cocktails oder Longdrinks. Obendrein ist er alkoholfrei.

Das braucht ihr: Eiswürfel, Cold Brew Tonic Water oder Orangensaft

So wird’s gemacht:

  1. Ein Glas mit Eiswürfeln füllen und zuerst 200 ml Tonic Water hinzufügen. Danach mit 100 ml Cold Brew auffüllen. Für Kaffeejunkies empfehlen wir eine 50-50 Mischung.
  2. Tipp: Wenn ihr die Anleitung genau befolgt und den Cold Brew erst langsam zum Schluss hinzugebt, entstehen in eurem Glas zwei Phasen, die euren Drink super aussehen lassen.
  3. Wer es ein bisschen lieblicher mag, kann den Anteil Tonic auch durch frisch gepressten Orangensaft ersetzen. Da der kalte Kaffee aber nicht weniger Koffein besitzt als Espresso oder ein normaler Filterkaffee, sollten diejenigen unter euch, denen Koffein Probleme beim Einschlafen bereitet, ihn besser mit Vorsicht genießen.

Dripster Cold Brew Dripper

Dripster Cold Brew Dripper

Chemex Filter

Chemex Filter
Ricarda Teßmer
von Ricarda Teßmer

Studium der Skandinavistik, Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte in Frankfurt am Main, Stockholm und Bonn. Interessiert sich für Popkultur und weiß immer, was im Norden gerade angesagt ist. Liebt Fritten, muss jeden Hund streicheln und gewinnt immer beim Stadt-Land-Fluss.