Ratgeber: Der richtige Lernplatz für dein Kind

Still sitzen, lernen, Hausaufgaben machen. Wenn Kinder in die Schule kommen, brauchen sie einen kindgerechten Arbeitsplatz. Worauf es dabei ankommt? Wir haben bei Experten nachgefragt.

Ratgeber: Der richtige Lernplatz für dein Kind

Vom Spielkind zum Sitzkind

Rennen, toben, hüpfen, klettern – für Kinder ist Bewegung nicht nur ein großes Vergnügen, sondern auch enorm wichtig, um sich körperlich zu entwickeln. Mit Ende der Kindergartenzeit und dem Eintritt in die Schule aber wird ihr Aktionsdrang zwangsläufig gebremst. „Aus dem Spielkind wird ein Sitzkind“, sagt Eduard Schmitt, Orthopädie-Professor an der Universität Saarbrücken und Leiter des Projekts „KidCheck“, bei dem seit 1999 die Körperhaltung und Beweglichkeit von Kindern und Jugendlichen untersucht wird. Das alarmierende Ergebnis: Fast 60 Prozent aller Schüler haben bereits Haltungsschwächen.

Kinder brauchen Bewegung

Ganz dringend rät der Experte Eltern deshalb, Kinder täglich für ein paar Stunden ins Freie zu schicken, mit ihnen gemeinsam auf Radtour oder zum Schwimmen zu gehen oder einfach im Garten oder Hinterhof eine Runde Federball oder Fußball zu spielen. „Nur so können schwere gesundheitliche Probleme verhindert werden“, versichert Eduard Schmitt.

Richtiges Sitzen fördern

Trotzdem lässt sich langes Sitzen bei Schulkindern nicht vermeiden. Im Unterricht in der Schule, aber auch später zu Hause, wenn es an die Hausaufgaben geht. Wir als Eltern können zumindest für die richtigen Voraussetzungen sorgen und darauf achten, dass unser Kind gut, also gesundheitsgerecht bzw. ergonomisch korrekt sitzt. Doch was bedeutet „richtig sitzen“ eigentlich? Schul-Orthopäden definieren das so:

  • Der Rücken sollte möglichst aufrecht sein.
  • Die Füße stehen flach auf dem Boden.
  • Hüfte sowie Knie sind um 90 Grad gebeugt, die Oberschenkel bilden also eine waagerechte, die Unterschenkel eine senkrechte Linie.
  • Sitzt dein Kind aufrecht, sollten sich seine Oberarme neben dem Körper befinden und die Ellbogen etwa im 90-Grad-Winkel gebeugt sein. Heißt: Die Unterarme liegen gerade auf der Tischplatte.

Helfen, das Lernen zu lernen

Klar macht dein Kind die Hausaufgaben vielleicht am liebsten bei dir am Küchentisch oder lümmelt sich zum Lesen üben in den gemütlichen Sessel im Wohnzimmer. Doch das ist nicht nur aus pädagogischer Sicht falsch, schließlich muss dein Kind erst einmal das Lernen lernen und dafür sollte es einen möglichst hellen und ruhigen Platz haben, an den es sich zurückziehen kann (Übrigens: Eltern sollten nach Ansicht von Schuldpsychologen und Lehrern zwar da sein, wenn das Kind seine Hausaufgaben erledigt, aber nicht daneben sitzen).

Der richtige Schreibtisch

Im Hinblick auf gesundes Sitzen ist aus schulorthopädischer Sicht die Auswahl des richtigen Schreibtisches von großer Bedeutung. Da Kinder gerade im Grundschulalter oft enorme Wachstumsschübe haben, lohnt sich die Anschaffung eines Models, das du immer wieder individuell auf die aktuellen Körpermaße deines Kindes einstellen kannst. So vermeidest du, dass es irgendwann an Rückenschmerzen, Muskelverspannungen oder Kopfschmerzen leidet. Die wichtigsten Kaufkriterien:

  • Leichter Aufbau, auch ohne Profikenntnisse.
  • Bequeme Verstellbarkeit: Die Höhe wie auch die Neigung der Tischplatte müssen sich leicht und ohne große Umbauarbeit anpassen lassen. Ideal sind deshalb Modelle mit einer praktischen Kurbelvorrichtung.
  • Sicherheit geht vor! Deshalb brauchen Schreibtische für Kinder eine hohe Standfestigkeit.
  • Achte auf schadstoffarme Materialien und ökologische Farben.
  • Die Oberflächen sollten leicht zu reinigen sein.
  • Ranzenaufhänger, Ablagen, Schubfächer und Stiftablagen erleichtern es deinem Kind, Ordnung zu halten.

Schön ist es natürlich, wenn das Modell zur Einrichtung des Kinderzimmers passt. Aber wenn die kleinen Schulanfänger beim Design oder der Farbe mitsprechen dürfen, werden sie umso lieber an ihrem Schreibtisch sitzen.

Schreibtischstühle für Schulanfänger

Zum richtigen Schreibtisch gehört natürlich ein ergonomischer Kinderstuhl.  Auch er sollte höhenverstellbar sein und so mit deinem Kind mitwachsen. Vor allem aber sind gute Stühle heutzutage so konstruiert, dass sie möglichst die „Schildkrötenhaltung“, sprich einen runden Rücken und nach vorne gezogene Schultern, vermeiden. Den idealen Kinderstuhl erkennst unter anderem du daran, dass er über zwei Hebel zum Verstellen der Sitz- und der Lehnenhöhe verfügt. So kannst du die Sitzposition so einstellen, dass sie exakt zu deinem Kind passt.

Sitzenbleiben leichtgemacht

Moderne Stuhlmodelle können aber noch mehr: Sie fördern das aktive Sitzen. Durch spezielle Aktiv-Funktionen, etwa einer Federung oder Wipp-Vorrichtung, findet eine unbewusste Bewegung statt, die die Rücken- und Gesäßmuskeln stimulieren und dadurch stärken. Wenn du einen Stuhl mit Rollen wählst, solltest du nachprüfen, ob er mit doppelt gelagerten Sicherheitsrollen ausgestattet ist. Denn sonst kann es leicht zu Unfällen kommen. Bei feststehenden Kinderstühlen wiederum sind rutschfeste Füße wichtig. Robust sollte der Stuhl natürlich ebenfalls sein. Das GS-Siegel oder andere Prüfzertifikate helfen dir bei der Kaufentscheidung.

Gut getestet: Kettler College Box II Kinderschreibtisch

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  • die Großraumschublade hilft beim Ordnung halten
  • sehr stabil und robust
  • mit praktischem Klemmlineal

Bei aktuellen Warentests hat dieser Schreibtisch – neben einem mehr als doppelt so teuren Modell – als einziger die Note „Sehr gut“ erhalten. Er erfüllt alle Kriterien für ergonomisches Sitzen, besitzt eine neigbare Tischplatte und wird dank der Höhenverstellbarkeit und seines klassischen, schnörkellosen Designs dein Kind viele Jahre durch die Schulzeit begleiten.

Preis-Leistungshit: Idimex Mario Kinderschreibtisch

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  • mit Halterung für den Schulranzen, die wahlweise links oder rechts montiert werden kann
  • leicht zu montieren
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis

Mario ist ein echter Kumpel. Er macht alles mit, ist unkompliziert und sieht witzig aus. Natürlich hat er auch alle wichtigen Elemente, die ein Kinderschreibtisch braucht: Er ist höhenverstellbar, hat eine neigungsverstellbare Tischplatte, die eine aufrechte Sitzposition ermöglicht und genügend Ablageflächen. Unter der Tischplatte beispielsweise befindet sich ein praktischer Metallkorb - der ideale Platz für Schulbücher und Schulhefte, die dein Kind gerade nicht benötigt.

Wächst mit: Topstar High S'cool Kinderdrehstuhl

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  • GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit nach den aktuellen europäischen Normen
  • stufenloses, sichereres Verstellen der Sitzhöhe
  • trendiger und robuster High-Tech-Netzstoffbezug
  • ergonomischer Muldensitz mit abgerundeter Sitzvorderkante

Bitte Platz nehmen und wohlfühlen! Der High S’cool von Topstar bringt alle Voraussetzungen mit, die ein Schreibtischstuhl für Kinder ab dem ersten Grundschuljahr erfüllen muss. Die Rückenlehne mit synchroner Federwirkung ist ergonomisch geformt, passt sich der Körpergröße deines Kindes an und hat eine zusätzliche Polsterung sowie eine integrierte Wirbelsäulenstütze für eine optimale Sitzhaltung.

Stärkt den Rücken: Aeris Swoppster Stuhl

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  • fördert das Lernvermögen, die Aufmerksamkeit und Konzentration
  • baut körperliche und emotionale Spannungen ab
  • beugt Haltungsschwächen vor

Zugegeben, der Preis ist nicht ohne! Dennoch sind viele Experten von diesem innovativen Sitz-Konzept überzeugt. Auch Eltern, die schon selbst Erfahrungen mit dem „Swopper“ für Erwachsene gemacht haben, sind von der Kinderversion begeistert. Denn der speziell für Grundschüler entwickelte Swoppster bietet die gleiche 3-D-Ergonomie, das heißt, er fordert und fördert einen permanenten Haltungswechsel. Das stärkt die Rücken- und Po-Muskulatur. Auch die Konzentrationsfähigkeit wird, wie Tests bewiesen haben, durch die stete Bewegung gefördert.

Gaby Ullmann
von Gaby Ullmann

Gaby Ullmann arbeitet als freie Journalistin in München, schreibt über Gott und die Welt und alles, was sie interessiert. Ist ansonsten am liebsten irgendwo auf Reisen oder beim Standup-Paddeln am See.