Deutschlands WM-Trikots von 1954 bis 2018

Mal klassisch, mal kleinkariert: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist in den vergangenen 64 Jahren in ganz unterschiedlichen Trikots aufgelaufen.

Deutschlands WM-Trikots von 1954 bis 2018

Jürgen Rank musste sich in seiner Laufbahn schon viel anhören: Lob, Kritik und Häme. Darauf ist er aber gefasst: Als Chefdesigner für Fußballbekleidung bei adidas verantwortet er das Outfit, mit dem die deutsche Nationalmannschaft ihren Titel verteidigen möchte. Wir haben unseren Kleiderschrank geöffnet und die Trikots von 1954 bis heute probegetragen.

„Wir betrachten die WM als die ultimative Plattform, auf der sich Mannschaften aus aller Welt mit ihren Fans präsentieren," erzählt didas-Chefdesigner Jürgen Rank. "Das deutsche Trikot berührt emotional, wie der Fußball an sich. Und diese Emotionen machen vor niemandem Halt.“

Das Trikot zum „Wunder von Bern“: schwarzer Kragen, schwarze Bündchen. Dass ein schlichtes Trikot titelfähig ist, beweisen die kickenden Recken um Trainer Sepp Herberger, als sie im Finale gegen Ungarn sensationell mit 3:2 gewinnen. Der erste WM-Titel für Deutschland.

Zwanzig Jahre nach dem Triumph in Bern holt sich Deutschland in einem farblich identischen Trikot bei der WM im eigenen Land erneut den Titel (2:1 im Finale gegen die Niederlande). Bei einigen Spielen kommen überdies (wie schon 1966 in England) weiße Shorts zum Einsatz.

Nicht schön, aber erfolgreich – allerdings passt das wenig anschauliche Finale der WM in Italien, das durch einen schnöden Elfer von Andreas Brehme gegen Argentinien entschieden wird, zum Trikot. Leidenschaft und unbedingter Wille zum Erfolg zeichnete die Elf um Matthäus im bunten Dress aus.

Nicht schön und nicht erfolgreich. Designkritiker könnten unken, dass die völlig verpatzte WM in den USA – die deutsche Nationalmannschaft scheidet im Viertelfinale mit 1:2 gegen Bulgarien aus – dem so ungewohnt kleinkarierten Trikot geschuldet gewesen sei.

Bei der Weltmeisterschaft in Frankreich ist für Deutschland erneut im Viertelfinale Schluss (0:3 gegen Kroatien). Am Trikot hat es aber nicht unbedingt gelegen, auch wenn der V-Kragen und die drei schwarz-rot-goldenen Querstreifen etwas uninspiriert wirken.

Zurück zu den Anfängen: 2002 erreicht Deutschland unter Teamchef Rudi Völler bei der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea in einem eleganten, klassischen schwarz-weißen Trikot das Finale, scheitert dort aber unglücklich am brasilianischen Team (0:2).

Das „Sommermärchen“-Trikot, eher klassisch mit einem kecken Hauch von Farbe. Damit spielen sich Michael Ballack & Co. bei der Heim-WM bis in Halbfinale und lösen im ganzen Land eine schwarz-rot-goldene Partystimmung aus, die man den Deutschen nicht zugetraut hätte.

Mit einer 0:1-Niederlage gegen Spanien schrammt Deutschland knapp am Finale bei der WM in Südafrika vorbei. Das gelungene DFB-Leibchen erinnert an das EM-Trikot von 1996, ist traditionell, aber körperbetont. Teamgeist, Leidenschaft und Nationalstolz soll es vermitteln.

Im farbenfrohen und viel diskutierten Trikot erspielte sich das deutsche Team um Kapitän Bastian Schweinsteiger den vierten WM-Stern. Das Trikot mit stilisiertem „V“ steht für die junge Generation in Deutschland: Spielfreude, Integration, Selbstbewusstsein und Qualität. Es hat nichts mehr von dem schweren Spiel vergangener Zeiten.

Zurück in die Zukunft? Das Trikot für die Titelverteidigung 2018 ist eine Hommage an das ikonische Jersey, in dem Deutschland 1990 zum dritten Mal Weltmeister wurde. Der gezackte Brustring wurde neu interpretiert, grau eingefärbt und grafisch gespiegelt. Auf der Kragen-Innenseite prangt eine schwarz-rot-goldene Reminiszenz an den dritten WM-Titel.


Alle Fotos: adidas