Gute Besserung: Fieberthermometer im Test

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – und dazu womöglich auch noch Fieber. Wir sagen euch, worauf ihr achten müsst, wenn die Körpertemperatur bei euch oder euren Kindern steigt, und welche Messmethode für wen am besten geeignet ist.

Gaby Ullmann von Gaby Ullmann   |   14 November 2018
Gute Besserung: Fieberthermometer im Test

Grundsätzlich ist Fieber eine sehr clevere Methode des Körpers, um sich gegen Krankheiten aller Art zu verteidigen. Durch die erhöhte Temperatur steigt die Durchblutung und die Produktion der Abwehrzellen. Die krankmachenden Erreger wiederum können sich in der Wärme nicht mehr so gut vermehren. Fieber ist also durchaus sinnvoll und muss nicht zwingend gesenkt werden. Wichtig aber ist: Viel Ruhe, viel trinken und regelmäßig die Temperatur kontrollieren.


Richtig Fieber messen

Fiebermessen an der Stirn bei Mädchen

Am aussagekräftigsten ist die sogenannte „Kerntemperatur“, also die Temperatur im Körperinneren. Deshalb empfehlen die meisten Allgemeinärzte die rektale Messung, bei der ein digitales Fieberthermometer (die Quecksilber-Varianten sind seit 2009 verboten) in den After eingeführt wird. Natürlich könnt ihr auch im Mund oder unter der Achsel messen, aber diese beiden Methoden sind ungenauer und störanfälliger. Ihr solltet etwa 0,5 Grad hinzu addieren.

Moderne Messgeräte

Fiebermessen bei Baby im Ohr

Weil vielen die rektale Messung unangenehm ist, haben sich in den letzten Jahren Ohr-, Stirn und Schläfenthermometer durchgesetzt. Sie ermitteln nicht die Körpertemperatur selbst, sondern die abgegebene Infrarotstrahlung, aus der dann auf die tatsächliche Körpertemperatur geschlossen wird. Das Ganze dauert mittlerweile nur noch wenige Sekunden und ist deshalb besonders zum Fiebermessen bei Kindern geeignet. 


Ab wann spricht man von Fieber?

Mutter misst bei Kind Fieber

Die normale Körpertemperatur eines Erwachsenen liegt zwischen 36,5 und 37,4 Grad Celsius. Steigt die Temperatur über 38 Grad, sprechen die Ärzte von Fieber. Hält das länger als 48 Stunden an oder steigt auf 40 Grad oder sogar darüber, muss es medizinisch behandelt werden. Bei Babys bis zu sechs Monaten solltet ihr schon bei einer Körpertemperatur ab 38 Grad den Kinderarzt konsultieren, mit Kleinkindern geht ihr sicherheitshalber zum Doc, wenn das Fieber 39 Grad erreicht, länger als einen Tag anhält oder wiederholt auftritt. 


Fieber kann auch gefährlich werden

Kleiner Junge bekommt Fieber gemessen

Überhaupt gilt: Lieber einmal mehr zum Arzt, als Komplikationen zu riskieren – und natürlich umgehend, wenn Begleiterscheinungen auftreten, die euch Sorgen machen. Wenn das Immunsystem geschwächt sind, haben auch bakterielle Infektionen leichtes Spiel, es kann dadurch leicht zu weiteren Krankheiten wie z.B. einer Mittelohrentzündung oder einer Lungenentzündung kommen. Auch deshalb solltet ihr den Verlauf genau beobachten. 

Fieberkrämpfe – das harmlose Grauen

Baby beim Fiebermessen

Besonders furchteinflößend für Eltern ist, wenn ihr Kind einen Fieberkrampf erleidet und mitunter mehrere Minuten lang nicht ansprechbar ist, unkoordiniert zuckt, die Augen verdreht oder blau anläuft. „Die Krampfanfälle“, sagen Forscher der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, „betreffen circa drei- bis fünf Prozent aller Kinder und treten typischerweise im Alter zwischen sechs Monaten und dem fünften Lebensjahr auf.“ So schrecklich die Anfälle für Außenstehende sind – in der Regel ist der Spuk nach zwei oder drei Minuten vorbei und hat keine weiterreichenden gesundheitlichen Folgen. Ein Arzt sollte trotzdem immer gerufen werden.


Die besten Thermometer

In unserem Test haben wir die verschiedenen Methoden geprüft und stellen euch hier unsere jeweiligen Favoriten vor. Doch egal für welches Thermometer ihr euch letztlich entscheidet: Wichtig ist die richtige Anwendung (vor dem Ernstfall ausprobieren!). Da die Ergebnisse von Thermometer zu Thermometer zum Teil doch etwas unterschiedlich ausfallen, solltet ihr immer mit demselben Gerät messen. So bekommt ihr einen guten Überblick über den Fieberverlauf.

Der Bestseller: Braun IRT 6520 ThermoScan 7

Der Bestseller: Braun IRT 6520 ThermoScan 7

  • Mit altersabhängiger Fieberanzeige
  • Auch für Neugeborene geeignet
  • Mit Nachtlicht-Funktion
  • Angenehm vorgewärmte Messspitze
  • Schutzkappen müssen regelmäßig nachgekauft werden
  • Speichert nur die letzten 9 Messungen
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Der ThermoScan 7 ist ein klassisches Ohrthermometer. Die Messung findet dabei am Trommelfell statt, das dieselbe Blutversorgung hat wie der Hypothalamus, unser Temperaturkontrollzentrum im Gehirn, und somit der Körperkerntemperatur sehr nahe kommt. Was das Gerät von Braun besonders auszeichnet, ist seine patentierte „Age Precision“-Technologie, die in die Bereiche „0 – 3 Monate“, „3 – 36 Monate“ und „36 Monate – Erwachsene“ aufgeteilt ist. Die Idee dahinter: Die Temperatur unterscheidet sich von Person zu Person und hängt auch vom Alter ab. Die Einstellung der verschiedenen Kategorien funktioniert ganz leicht per Tastendruck und wird auch noch farbig angezeigt. Außerdem werden die Messungen automatisch gespeichert

Aber denkt dran: Wenn ihr die Auswahl nicht ändert, verwendet das Gerät immer den zuletzt eingestellten Altersbereich. Toll ist auch, dass die Messspitze nicht komplett ins Ohr eingeführt werden muss, was gerade bei den allerjüngsten Patienten eine echte Erleichterung ist. Kleiner Nachteil des ThemoScan 7: Man muss für jede Messung eine neue Schutzkappe aufsetzen, da sind die mitgelieferten 20 Hüllen ganz schön schnell aufgebraucht und man muss neue besorgen. Denn ohne Schutz misst das Thermometer nicht richtig.

Super easy: Beurer FT 90 kontaktloses Fieberthermometer

Super easy: Beurer FT 90 kontaktloses Fieberthermometer

  • Hygienisches Messen
  • Sehr übersichtliches Display mit regulierbarer Beleuchtung
  • Zusätzliche Messfunktion von Raum- und Objekttemperatur
  • Inklusive Aufbewahrungstasche
  • Braucht anfangs etwas Übung
  • Leichte Temperaturabweichungen möglich
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Beim Test lacht ein Smiley aus dem Display heraus – alles in Ordnung, kein Fieber! Erscheint das Icon dagegen mit heruntergezogenen Mundwinkeln heißt das: Die Körpertemperatur liegt bei über 38 Grad Celsius, Fieberalarm! Gemessen wird kontaktlos an der Stirn mit einem kurzen Tastenklick. In Sekundenschnelle ist das Endergebnis ermittelt, ein kurzer Piepton ertönt und schon erscheint der Wert auf dem Display – einfacher und stressloser geht Fiebermessen kaum. Das Gerät von Beurer liegt außerdem super in der Hand und speichert automatisch bis zu 60 Messungen, die ihr jederzeit abrufen könnt. 

Viele Ärzte sind von Stirnmessungen zwar noch immer nicht sehr überzeugt, weil viele Faktoren, wie etwa die Umgebungstemperatur oder kalter Schweiß auf der Haut, das Ergebnis beeinflussen können. Bei unserem Test kam es im Vergleich zur rektalen Methode zu einem durchschnittlichen Unterschied von knapp 0,2 Grad. Doch wer je ein krankes, quengelndes Kleinkind mit einer Messung im Po gequält hat, berechnet das einfach mit ein. Steigt das Fieber zu hoch an, ist sowieso eine ärztliche Kontrolle gefragt.


Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Stirnthermometer von CocoBear

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Stirnthermometer von CocoBear

  • Liegt gut in der Hand
  • Leichtes Fiebermessen auch bei schlafenden Patienten
  • Übersichtliches LCD-Display
  • Extra Messmodus für Oberflächen und Umgebungstemperatur
  • Messung kann durch heiße Umgebungstemperaturen beeinflusst werden
  • Abstand muss genau eingehalten werden
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Hände hoch oder ich messe! Das Stirnthermometer von CocoBear erinnert ein bisschen an eine Laserpistole, ist aber nicht nur absolut harmlos, sondern macht Fiebermessen zum echten Kinderspiel. Ihr haltet es einfach im Abstand von drei bis fünf Zentimetern vor die Stirn, drückt auf die Taste und habt nach einer Sekunde das Ergebnis. Ein farbiger Hintergrund zeigt dabei zusätzlich zu den gemessenen Grad an, ob die Körpertemperatur normal (grün), erhöht (orange) oder schon sehr hoch (rot) ist. Ein Vorteil ist auch, dass bis zu 32 Daten über die Memory-Funktion gespeichert werden können und sich das Thermometer auch zum Messen von z. B. Speisen oder der Raumtemperatur eignet. Was ihr beim Fiebermessen wissen müsst: Die Werte entsprechen, wie bei allen Infrarot-Messungen, nicht zwingend der exakten Körperkerntemperatur.

Clevere Kombi: Ohr- und Stirnthermometer von Future Founder

Clevere Kombi: Ohr- und Stirnthermometer von Future Founder

  • Super einfache Ein-Tasten-Bedienung
  • Silent-Funktion zur stillen Messung
  • Übersichtliches Display mit Hintergrundbeleuchtung
  • Mit Aufbewahrungstasche
  • Schutzkappen für die Ohrmessung notwendig
  • Bei Stirnmessung muss Umgebungstemperatur beachtet werden
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Wenn ihr ein günstiges, unkompliziertes und präzises Fieberthermometer sucht, macht ihr mit dem Gerät von Future Founder absolut nichts falsch. Uns hat das Thermometer vor allem durch seine extrem leichte Handhabung überzeugt. Ihr könnt es wahlweise am Ohr (mit Schutzkappe!) oder an der Stirn (ohne Schutzkappe) benutzen und bekommt nahezu sofort ein Ergebnis (bei unserem Test lagen zwischen den beiden Methoden nur minimale Temperatur-Unterschiede). Fieber wird per Alarmsignal und rotem Display angezeigt, ist die Temperatur normal, leuchtet alles wortwörtlich im „grünen Bereich“.
Ebenfalls sehr praktisch ist, dass sich über die „Memory-Funktion“ die letzten 20 Messungen abrufen lassen und man so einen guten Überblick über den Verlauf der Temperaturkurve bekommt. Und last but not least kann das Thermometer noch mehr als nur Fieber messen. Mit dem Quick-Scan könnt ihr spielend leicht auch die Temperatur von z. B. Babybrei, Fläschchen, Badewasser oder selbst die Raumtemperatur ermitteln.

Für Technikfans: Withings/Nokia Thermo Schläfen-Thermometer

Für Technikfans: Withings/Nokia Thermo Schläfen-Thermometer

  • Kein Körperkontakt nötig
  • Hohe klinische Präzision
  • Ideal für Familien (bis zu acht Nutzer)
  • Mit WLAN-Synchronisierung für iOS und Android
  • Teurer Anschaffungspreis
  • Aufbewahrungsbox fehlt
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Zugegeben: Man braucht schon ein gewisses Faible für digitale Technologien – und den Willen, eine recht ansehnliche Summe Geld für ein Fieberthermometer auszugeben. Wer beides hat, bekommt mit dem Withings (bis vor kurzem Nokia) Thermometer aber ein absolut ausgefeiltes, hochpräzises und noch dazu überaus stylisches Gerät. 

Die Funktion ist simpel: Ihr nehmt die Kappe ab, haltet das Thermometer mit etwas Abstand mittig vor die Stirn und bewegt es dann in Richtung Schläfe – ganz ohne Hautkontakt, was diese Methode sehr hygienisch macht. Innerhalb von zwei Sekunden nehmen 16 Infrarot-Scanner 4000 Messungen vor und ermitteln so die aktuelle Körpertemperatur. Auch hier zeigt ein Farbindikator gleich an, ob Fieber besteht oder nicht. Die Daten werden dann einfach per Knopfdruck gespeichert, am Touchscreen der jeweiligen Person zugeordnet und dann automatisch auf die dazugehörige Thermo-App übertragen. So habt ihr sämtliche Daten eurer Familie immer sofort auf dem Handy parat und könnt dort auch Notizen eintragen oder ein Foto hochladen. Etwas skeptisch waren wir, dass die App mit dem Thermia-Dienst des Boston Children’s Hospital verbunden ist und u.a. die Einnahme von Medikamenten empfiehlt. Unsere Empfehlung: Lieber einen Arzt befragen.

Günstig und präzise: Digitales Fieberthermometer von Tediver

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  • Kostengünstig und messgenau
  • Mit Memory-Funktion
  • Inklusive Schutzhülle zur sicheren Aufbewahrung
  • Anwendung nur nach sorgfältiger Desinfektion oder mit Plastikhüllen
  • Besonders bei Kindern unbeliebte Methode
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Klar, die rektale Messung kann bei fiebernden Kindern schon zu einer echten Herausforderung werden. Denn zum einen mögen viele das Gefühl nicht und zum anderen ist es für Eltern gar nicht so leicht, den kleinen Patienten zum Stillliegen zu überreden. Und spätestens ab der Vorpubertät kommt dann auch oft noch ein steigendes Schamgefühl hinzu. Abgesehen davon aber ist Fiebermessen im Po nach Auffassung vieler Ärzte noch immer die verlässlichste Methode, um die exakte Körpertemperatur zu ermitteln. Das digitale Gerät von Tediver braucht dazu gerade Mal 30 Sekunden und gibt eine zu hohe Temperatur per Signal an. Außerdem besitzt es eine flexible Sonde, die auch eine Messung im Mund oder unter der Achsel erleichtert und präzisiert.

Gaby Ullmann
von Gaby Ullmann

Gaby Ullmann arbeitet als freie Journalistin in München, schreibt über Gott und die Welt und alles, was sie interessiert. Ist ansonsten am liebsten irgendwo auf Reisen oder beim Standup-Paddeln am See.