Du willst riesige Sportereignisse auch auf einer dementsprechend riesigen Leinwand verfolgen, ohne dabei auf überfüllte Public-Viewing-Veranstaltungen angewiesen zu sein? Du willst Kino bei dir zu Hause genießen? Dann brauchst du einen Beamer. Den kannst du selbstverständlich für jede andere Bewegtbild-Unterhaltung auch verwenden. Aber worauf solltest du beim Kauf achten? Technikredakteur Justus Zenker hat für comprigo vier vielversprechende Vertreter genau unter die Lupe genommen.

Heutzutage zählt nicht nur die Größe, sondern auch die Qualität. Ein knackig scharfes Bild ist das, wonach Technikbegeisterten der Sinn steht. Bei Beamern ist der 4K-Trend noch nicht so weit fortgeschritten wie bei den Fernsehgeräten. Deshalb sind 4K-fähige Geräte deutlich teurer als HD-Beamer. Neben der Auflösung spielen zwei andere Faktoren eine wesentliche Rolle: der Kontrast (mindestens 10.000:1 sind zu empfehlen) sowie die Helligkeit, die mindestens 500 Lumen betragen sollte. Damit beim Filmschauen das Lüfter-Geräusch nicht stört, sollte die Angabe auf der Verpackung unterhalb von 40 dB liegen. Der letzte wichtige Faktor sind die Anschlüsse: Günstige Geräte verfügen nur über die veraltete VGA-Schnittstelle. Set-Top-Boxen wie das Apple TV, digitale Antennen oder ein Sky-Receiver lassen sich über diesen nicht anschließen – sie benötigen einen HDMI-Anschluss. Und nicht vergessen: Ein optimales Bild wird nur mit einer entsprechenden Leinwand erzielt. Die Projektion auf eine Wand oder ein Bettlaken verringert die Bildqualität merklich.

Acer H5382BD

Acer H5382BD

  • kompakt
  • Umgebungslicht-Sensor
  • nur 720p HD
  • kein Lensshift
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Der Beamer gehört zu den Einstiegsgeräten für den Heimkinobereich und lohnt sich nicht nur für Sportereignisse, sondern auch für Filme: Trotz seines günstigen Preises ist der Acer H5382BD nämlich 3D-fähig. Eine dunkle Umgebung erkennt der Beamer automatisch und verringert die Lichtleistung bei erhöhtem Kontrast. Externe Signale erhält der Beamer per analogem Cinch, VGA oder HDMI. Ein Lautsprecher ist zwar integriert, jedoch aufgrund seiner geringen Leistung kaum zur Nutzung zu empfehlen. Externe, über den Klinkenausgang angeschlossene Lautsprecher bringen mehr Leistung. Ein USB-Ausgang vereinfacht den Anschluss, da der Beamer so auch kleine Boxen direkt mit Strom versorgt. Lens Shift, mit dem das Bild korrigiert wird, wenn der Beamer nicht gerade vor der Leinwand steht, ist nicht integriert. Für ein beispielsweise zwei Meter breites Bild sollte der Abstand zwischen Beamer und Leinwand etwa drei Meter betragen. Die Lampenlebensdauer beziffert Acer mit 5.000 Stunden – das reicht locker für über 3000 Fußballspiele. Im Lieferumfang ist neben einer Fernbedienung auch eine Tragetasche enthalten – praktisch, um das nächste Spiel nicht nur daheim glotzen zu müssen.

Preis: 349,00 €

BenQ W1090

BenQ W1090

  • RGBRGB-Farbrad
  • Sport-Modi
  • nicht sehr kontraststark
  • nicht sehr hell
  • kein Lensshift
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Das Gerät von BenQ wirft Videos mit voller HD-Auflösung an die Leinwand, mit DLP-Brillen auch in 3D. Die Helligkeit liegt allerdings nur bei 2.000 Lumen und auch der Kontrast ist mit 10.000:1 etwas schwach. Dafür punktet das Modell mit einem RGBRGB-Farbrad, das den Regenbogen-Effekt verringert und die Farben natürlicher darstellt. Dadurch bringt der Beamer nicht nur bei Sport-Ereignissen, sondern auch bei Serien und Filmen gute Bilder an die Wand. Wer auf Minimalismus setzt, kann theoretisch sogar auf über den Klinkenanschluss verbundene Lautsprecher verzichten, da ein 10 Watt Lautsprecher integriert ist, der für viele Bereiche eine ausreichende Leistung liefert. Externe Geräte werden per Cinch, VGA oder HDMI angeschlossen. Besonders praktisch ist der USB-Anschluss, der kleine Set-Top-Boxen sogar mit ausreichend Strom versorgt. Das erleichtert die Deckenmontage, da auf einen zusätzlichen Stromanschluss verzichtet werden kann. Um ein Bild von zwei Meter Größe zu erreichen, sollte der Beamer zwischen etwa zweieinhalb und drei Meter parallel zur Leinwand platziert werden. Die Lampenlebensdauer liegt bei 3.500 Stunden.

Preis:  665,70 €

Epson EH-TW7300

Epson EH-TW7300

  • günstige 4K-Alternative
  • motorisierte Linseneinstellung
  • keine Tragetasche
  • kein Lensshift
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Beamer mit echtem 4K erobern erst langsam den Markt, was vor allem an der komplizierten Technik liegt. Einige Hersteller gehen deshalb einen Zwischenschritt, der bei Epson 4K-Enhancement heißt. Aus technischer Sicht beträgt die Auflösung zwar weiterhin HD mit 1080p, ein besonders schnell vibrierendes Glas verschiebt die Pixel aber diagonal und sorgt so für eine Überlappung einzelner Bildpunkte. Dadurch wirkt die Auflösung deutlich höher, als sie eigentlich ist. Zwei weitere Glaslinsen schärfen das Bild zusätzlich. Voraussetzung ist natürlich eine 4K-Bildquelle. Hinzu kommen HDR für bessere Kontraste und eine intelligente Zwischenbildberechnung, damit schnelle Szenen aus Sport oder Action nicht ruckeln. Eine komfortable Bedienung ist dank komplett motorischer Optik möglich: Per Fernbedienung stellt man Fokus, Zoom sowie Lens Shift ein. Letzteres erlaubt die Korrektur des Bildes, wenn der Beamer im Verhältnis zur Leinwand schräg aufgestellt wird. Die Lichtleistung ist mit 2.300 Lumen in Ordnung, aber nicht wirklich überragend. Dafür überzeugt der Beamer mit einem Kontrast von 160.000:1. Auch der Lüfter ist mit 24 dB verhältnismäßig leise. Für ein zwei Meter breites Bild muss der Beamer zwischen drei und sechs Meter vor der Leinwand positioniert werden. Die Lampenlebensdauer liegt bei 3.500 Stunden.

Preis: 1.799,00 €

LG HU80K

LG HU80K

  • praktisches Design
  • lange Lampenlebensdauer
  • hoher Anschaffungspreis
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Anders als der dauerhaft aufgestellte Fernseher werden Beamer in vielen Wohnzimmern jedes Mal aufs Neue für den Filmabend oder den Sportsonntag aufgestellt. Die Deckenmontage ist allein aus ästhetischen Gründen oft schwierig. Genau dieses Manko will LG beseitigen. Schon mit dem HF85JS wollte LG das Beamer-Design revolutionieren, konnte aber nicht bei der Bildqualität überzeugen. Beim Nachfolger stimmt das Gesamtpaket: Das Gerät lässt sich entweder als Turm einfach auf den Boden stellen, auf den Tisch legen oder an der Decke montieren und wirft ein bis zu knapp vier Meter großes 4K-Bild mit 2.500 Lumen und HDR an die Wand. Dank Lens Shift ist eine gerade Positionierung vor der Leinwand keine Pflicht. Zwei 7-Watt-Lautsprecher reichen zwar für spontanes Filmeschauen. Um auch akustisch im Spiel oder Film zu versinken, lohnt sich aber eine Soundanlage, die über den optischen Ausgang, Bluetooth oder HDMI-out angeschlossen wird. Die hohen Anschaffungskosten amortisieren sich auf lange Sicht übrigens schon allein durch den Lampentausch: Die Lampenlebensdauer liegt mit 20.000 Stunden deutlich über der Lebensdauer herkömmlicher Leuchtmittel.

Preis: 2.384,63 €