Leben ohne Plastik: Mit cleveren Produkten die Umwelt schonen

Unsere Umwelt wird von Plastikmüll bedroht. Ende letzten Jahres hat das EU-Parlament daher ein Verbot von Plastik-Wegwerf-Produkten ab 2021 beschlossen. Unsere Autorin Giulia Carta zeigt euch, was ihr schon heute tun könnt, um (fast) plastikfrei zu leben.

Giulia Carta von Giulia Carta   |   08 Januar 2019
Leben ohne Plastik: Mit cleveren Produkten die Umwelt schonen

Die Zahlen sind dramatisch: Allein auf unserem Kontinent entstehen nach Angaben der EU-Kommission jedes Jahr ca. 26 Millionen Tonnen Plastikmüll (recyclt werden davon gerade mal 30 %). Das geht zu Lasten unserer Ozeane, der marinen Ökosysteme und Meeresbewohner, der Tier- und Pflanzenwelt. Nicht zuletzt schaden wir Menschen uns mit den Millionen Tonnen Plastikmüll aber auch selbst. 

Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist jetzt getan: Denn das EU-Parlament beschloss, dass ab 2021 Wegwerfprodukte wie Plastik-Besteck und -Geschirr, Strohhalme, Wattestäbchen und Luftballonhalter in der Europäischen Union verboten sind. Verbannt werden dabei nur Gegenstände, für die es aus Sicht der EU-Kommission bereits schon jetzt Alternativen gibt. Deshalb müsst ihr auch nicht noch drei Jahre warten, um der Umwelt einen Gefallen zu tun. Wir zeigen euch empfehlenswerte Produkte, die Plastik-Varianten ersetzen und wiederverwendbar sind, so dass ihr schon jetzt (fast) plastikfrei und umweltfreundlich leben könnt.

Bewusst feiern und essen

Spaß haben, feiern - und das mit gutem Gewissen. Wer auf Plastikgeschirr verzichtet beweist Stil und schont die Umwelt. 

Bambus-Besteck

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Das gehört zu jeder Party, zu der viele Leute eingeladen sind: Besteck aus Plastik. Es ist günstig, überall zu finden und muss danach nicht gespült werden. Doch das Besteck zählt zu den Wegwerfprodukten, die das EU-Parlament verboten hat. Denn es verursacht der Umwelt große Schäden, von seiner Produktion bis zur Entsorgung.

Bambus ist ein Wundermaterial, das für viele umweltfreundliche Produkte benutzt wird. Da es bis zu 1 Meter pro Tag wächst, zählt Bambus zu den umweltfreundlichsten Materialien, die wir haben und kann ohne negative Konsequenzen abgebaut werden. Bambus-Besteck kann nach seiner Anwendung gespült und wiederverwendet oder - wenn es zu schmutzig sein sollte - einfach im Biomüll entsorgt werden.

Von Natur aus frei von BPA (Bisphenol A) und kompostierbar, sind sie ein echter Gewinn für Gesundheit und Natur.

Genau wie das Besteck aus Plastik gehört das Geschirr zu den vom EU-Parlament verbotenen Wegwerf-Produkten. Die durchschnittliche Gebrauchsdauer eines Plastiktellers, bevor er in den Müll entsorgt wird, beträgt gerade mal 20 Minuten, meist sogar weniger. Dementsprechend kann eine ganze Menge des anfallenden Plastikmülls einfach durch Geschirr aus nachhaltigen und kompostierbaren Materialien wie Bambus- oder Holzfasern und Maisstärke ersetzt werden.

Die Meeresbewohner werden besonders häufig Opfer der Plastik-Verschmutzung. Dafür gibt es zahlreiche Bild- und Videobeweise, beispielsweise die erschreckenden Aufnahmen einer Schildkröte, der ein Strohhalm tief im Nasenloch steckt. Grundsätzlich kann man auf Strohhalme verzichten, aber wenn ihr euren Cocktail unbedingt mit dem Strohhalm trinken wollt, gibt es auch dafür eine Lösung: Strohhalme aus Glas.

Das sechsteiliger Set von Mixiao kommt zusammen mit einer speziellen Bürste zur Reinigung. Geschätzt werden allein in Deutschland ca. 40 Milliarden Plastik-Strohhalme im Jahr verbraucht. Mit wiederverwendbaren Strohhalmen aus Metall oder Bambus helft ihr dabei, diese Zahl stark zu reduzieren.

Lunchbox aus Edelstahl

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Eine Lunchbox aus Edelstahl ist ein Must-Have für jeden, der umweltfreundlich leben will. Ihr könnt sie nicht nur unterwegs für euer Essen verwenden, sondern bei "unverpackten Läden" sowie an der Theke in vielen Supermärkten könnt ihr euer Essen direkt darin einpacken lassen, was Plastikmüll vermeidet. 

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Umweltfreundliche Hygiene

Auch im Badezimmer lassen sich viel Müll und Plastik vermeiden. Nicht nur die Produkte selbst, auch die Verpackung ist dabei oft das Problem. Es sei denn, ihr greift zu diesen alternativen Produkten.

Wattestäbchen aus Baumwolle und Bambus

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Wattestäbchen aus Plastik produzieren laut EU-Parlament ebenfalls eine enorme Menge an Plastikmüll. Befürchtet ihr schon, ihr könnt ab 2021 eure Ohren nicht mehr richtig putzen? Müsst ihr nicht! Noch einmal lautet die Lösung für unser Plastik-Problem: Bambus.

Wattestäbchen aus Bambus sind 100% biologisch abbaubar und können bedenkenlos in den Biomüll entsorgt werden.

Das einfachste und effektivste, das ihr machen könnt, um den Plastikmüll enorm zu reduzieren, ist Kernseife statt Flüssigseife zu kaufen. In vielen Bio-Läden, aber auch Drogerie- und Supermärkten, sind Kernseifen zu finden, die entweder in einer Papierhülle eingepackt sind oder sogar lose verkauft werden. Das Problem bei flüssigen Seifen ist, dass die leeren Plastikflaschen nach jedem Gebrauch im Müll landen (das gilt auch für die nachfüllbaren Packungen, die zwar umweltfreundlicher sind, aber leider auch aus Kunststoff).

Es gibt eine Kernseifen-Variante für alles, von der Haar-Pflege bis zur Reinigung der Wäsche. Für den Körper schlagen wir dir die Kernseife von Manufaktur Pur und für die Haare die Alepposeife vor.

Da hierbei auch die Verpackung entfällt, ist grundsätzlich feste Seife immer besser als flüssige. Du kannst auf diese Weise auch dein Deo oder deine Zahnpasta ersetzen.

Um den Kunststoffmüll noch weiter zu reduzieren, ist ein Rasierhobel optimal. Dieser Rasierer besteht aus Metall, die Rasierklinge kann ganz einfach gewechselt werden. Das ist bei Einweg-Rasierern aus Plastik ganz anders. Nach ein- bis zweimaligem Benutzen landen sie komplett im Müll. Bei anderen Modellen zumindest der Kopf, in dem die Klingen in Plastik eingefasst sind.

Die Klingen aus Metall produzieren zwar auch Müll, aber deutlich weniger als die der konventionellen Rasierer. Rasierhobel sind in fast jedem Supermarkt oder Drogeriemarkt zu finden. Online bekommt ihr eine Packung mit 100 Rasierklingen, die laaaange Zeit halten werden.

Taschentücher aus Stoff

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Ein Produkt, bei dem die meisten sich keine Gedanken machen, das aber trotzdem jede Menge Müll produziert, sind Papier-Taschentücher. Abgesehen von der Abholzung ganzer Wälder für den benötigten Rohstoff sind die einzelnen Taschentücher außerdem in handlichen Zehner-Päckchen in Plastikhüllen verpackt und diese dann zusätzlich noch einmal als Packung von einer weiteren Plastikfolie umhüllt.

Stoff-Taschentücher hingegen bestehen aus Baumwolle und können nach der Benutzung einfach in der Waschmaschine gewaschen und danach wiederverwendet werden. Das spart wirklich eine große Menge an Müll.

Toiletten-Bürste aus Silikon

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Ein weiteres Produkt, dass viel Kunststoffmüll produziert, ist die Klobürste, die in den meisten Haushalten einmal im Jahr ausgewechselt wird.
Die hier vorgeschlagene Alternative besteht aus Edelstahl und Silikon, ist einfacher zu reinigen (“Reste” werden einfach mit der Spülung weggespült) und hält deutlich länger als eine konventionelle Klobürste aus Plastik.

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Haushalt ohne Plastik

Ob Einkaufstasche, Kaffee-Kapsel oder Frischhalte-Folie. Auch in Küche und Haushalt lohnt sich ein umweltbewusstes Denken.

Bienenwachstücher sind Tücher aus Baumwolle (meist Bio), die mit Bienenwachs beschichtet wurden. Sie ersetzen auf perfekte Art und Weise Alu- oder Frischhaltefolie, was dabei hilft, Kunststoff-Abfälle deutlich zu reduzieren.

Und so einfach funktionieren sie: Durch Handwärme wird das Bienenwachs weich, und so lässt sich das Tuch in die gewünschte Form bringen, die es dann nach der Abkühlung beibehält. So können Nahrungsmittel problemlos darin eingewickelt werden. Die Bienenwachs-Tücher sind pflegeleicht, können einfach mit Wasser abgespült und rund ein Jahr lang wieder und wieder verwendet werden. Am Ende kann man sie umweltfreundlich in den Biomüll entsorgen.

Wiederverwendbare Kaffeekapseln

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Seitdem es sie gibt, haben Kaffeekapseln Millionen von Leuten begeistert - was aber leider auch mehrere Millionen weggeworfener Kaffeekapseln bedeutet. Nespresso bietet beispielsweise mittlerweile die Möglichkeit an, die benutzten Kapseln in den Laden zurückzubringen, um sie dem Recycling zurückzuführen - was aber trotzdem eine Belastung für die Umwelt darstellt.

Noch kostensparender und vor allem umweltfreundlicher sind aber nachfüllbare Kapseln: Während ein Kilogramm Kaffee in herkömmlichen Kapseln bis zu 60 Euro kostet, bezahlt ihr nur einen Bruchteil dieses Preises, wenn ihr Kaffee selbst in wiederverwendbaren Kaffee-Kapseln einfüllt. Gut gepflegt halten sie sogar über mehrere Jahre.

Ein Großteil des verschmutzenden Mikroplastiks wird u.a. durch kleine Plastikkügelchen verursacht, die in Make-up oder Pflegeprodukten wie z.B. Zahnpasta oder Peeling enthalten sind. Doch auch Spülschwämme aus Kunststoff sind einer der Hauptverursacher. Sie bestehen aus Plastik und bei längerer Benutzung lösen sich mit der Zeit Plastik-Wollfusseln, die dann in den Abfluss gelangen - und so landen sie in unseren Meeren. Dadurch gefährdet Mikroplastik nicht nur unser Meer-Ökosystem, sondern auch unsere Gesundheit: Fische verzehren die Mikroplastik und die Schadstoffe landen dann in deren Fett und Gewebe, was letztlich vom Menschen verzehrt wird. Nicht nur für uns, sondern auch für die Tierwelt stellt das ein Problem dar, denn es ist nicht unüblich, dass die Fische und andere Tiere, die sich von Meerestieren ernähren, auf diese Weise mit vollem Magen verhungern.

In meinem Artikel “Umweltfreundlich leicht gemacht: Haushalts-Tipps für den Alltag” habe ich euch bereits die Öko-Spülschwämme vorgestellt, die zu 100 Prozent aus Zellulose bestehen und lange haltbar sind. Eine andere Lösung sind Spülbürsten aus Holz und Metall. Das einzige Verschleißteil ist der Kopf, der nach längerer Anwendung ausgetauscht und in den Biomüll entsorgt werden kann.

Nachhaltig unterwegs

Beim Einkaufen auf die Plastiktüte zu verzichten, ist eine der leichtesten Wege, Müll zu vermeiden. Aber es gibt noch mehr gute Möglichkeiten.

Baumwolle-Einkaufstasche

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In Supermärkten sind neben den Plastiktüten auch Papiertüten, Baumwoll-Taschen sowie faltbare Tüten aus Nylon zu finden. Besonders Taschen aus Baumwolle sind die umweltfreundlichsten Tragetaschen, die man zum Einkauf nutzen kann, da für deren Herstellung weder Plastik produziert noch Wälder abgeholzt werden mussten. Das ist aber nicht der einzige Vorteil: Einkaufstaschen aus Baumwolle sind immer wieder verwendbar, können in der Tasche oder dem Rucksack platzsparend transportiert werden und sind immer bereit für den nächsten Einkauf. Außerdem gehen sie nicht so schnell kaputt wie Plastik- oder Papiertüten und können bequem an der Schulter hängend getragen zu werden.

Durchschnittlich wird eine Plastiktüte für 30 Minuten verwendet (bzw. für die Fahrtdauer vom Supermarkt bis nach Hause) und kostet 15 Cent. Einkaufstaschen aus Baumwolle sind bezüglich ihrer Langlebigkeit also vorteilhaft für Umwelt und Portemonnaie.

Um einen Schritt weiter zu gehen könnt ihr auch auf die kleinen kostenlosen Plastiktüten verzichten, die in Obst- und Gemüseabteilungen der Supermärkte zu finden sind und stattdessen auf wiederverwendbare Gemüsebeutel zurückgreifen. Denn, wie die Einkaufstaschen aus Plastik, belasten auch diese weiterhin die Umwelt.

Trinkflasche aus Edelstahl / Thermosflasche

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Eine der einfachsten und effektivsten Methoden, um Plastikmüll zu vermeiden, ist der Verzicht auf Plastikflaschen und die alternative Verwendung von Edelstahl- oder Glasflaschen. Unser Wasser aus der Leitung ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel, das es in Deutschland gibt, was bedeutet, das es bedenkenlos trinkbar ist.

PET-Flaschen (Polyethyenterephthalat) sind zwar leichter zu transportieren und günstiger herzustellen als Glasflaschen, aber sie stehen schon längst im Verdacht, schlecht für die Gesundheit zu sein. Ob Weichmacher, Hormone oder BPA (Bisphenol A) - besonders bei Wärme können sich schädlichen Stoffe aus dem Plastik lösen und in unseren Organismus gelangen.

Trinkflaschen aus Glas oder Edelstahl sind daher umwelt- und gesundheitsfreundlicher als Plastikflaschen. Wir empfehlen eine Flasche aus Edelstahl mit einer Bambus-Kappe. Besonders gut gefällt uns, dass sie durch eine Doppelwand-Isolation den Inhalt vor der Außentemperatur schützen kann, was sie für warme sowie kalte Flüssigkeiten verwendbar macht.

Letzter aber nicht weniger wichtiger Punkt: Behälter aus Glas. Da es in konventionellen Supermärkten schwierig ist, Lebensmittel zu finden, die komplett frei von Plastikverpackungen sind, ist es empfehlenswert, auf lokalen Märkte oder in sogenannten “unverpackten” Läden einzukaufen. Auf Märkten könnt ihr die Verkäufer bitten, euch die Waren in eine mitgebrachte Tasche oder einen Behälter einzupacken. Auch in “unverpackten” Läden kann man seine eigenen Behälter mitnehmen und sie mit der gewünschten Menge an Nudeln, Kaffeebohnen oder -pulver, Hülsenfrüchten, Getreide und sogar Waschmittel füllen.

So einfach funktioniert es: Zuerst wird der leere Behälter gewogen. Dann werden die Lebensmittel aus großen Spendern, die an die Wand montiert sind, in die mitgebrachten Behältnisse gefüllt. Nochmal wiegen und dann bezahlen, fertig. Auf diese Weise einzukaufen spart jede Menge an Plastikverpackungen, die sowieso kurz nach dem Einkauf bereits im Müll landen. Auf der Seite von Utopia findet ihr zusätzliche Infos rund um plastikfreies Einkaufen und wo diese Läden in Deutschland zu finden sind.

Giulia Carta
von Giulia Carta

Geboren im wunderschönen Genua am Mittelmeer zog es die Italienerin vor einigen Jahren nach Köln, um Sprachwissenschaften zu studieren. Hegt eine tiefe Abneigung gegen Menschen, die ihren Müll nicht ordentlich trennen oder überhaupt die Umwelt unsachgemäß behandeln. Lebt seit über 4 Jahren den veganen Lebensstil voll aus. Unnötig zu erwähnen, dass sie ein äußerst tierlieber Mensch ist und selbst Besitzerin von zwei Katzen. Da Bier glücklicherweise vegan ist, gönnt sie sich von Zeit zu Zeit auch gern mit Freunden ein kühles Kölsch am Rhein oder feiert ausgelassen Karneval.