Schulranzen: So findest du den richtigen Tornister für dein Kind

Schön soll er sein – und natürlich ergonomisch zu tragen, damit der kleine Rücken nicht leidet. Aber viele Eltern fragen sich, woran man den passenden Schulranzen erkennt und worauf man wirklich achten muss. Hier die wichtigsten Kriterien:

Gaby Ullmann von Gaby Ullmann   |   25 September 2018
Schulranzen: So findest du den richtigen Tornister für dein Kind

Die kleinen Schulanfänger hätten es am liebsten bunt und mit vielen Motiven. Dagegen ist auch gar nichts einzuwenden. Aber als Eltern weiß man natürlich, dass es bei dem Kauf einer Schultasche noch auf viele andere Dinge ankommt. Viele von euch haben vielleicht schon mal von der DIN-Norm 58124 gehört. Sie regelt, welche Anforderungen ein Schulranzen erfüllen muss. Kurz zusammengefasst sind das:

  • Form

  • Ergonomie

  • Gewicht

  • Material

  • Gebrauchstauglichkeit

  • Verkehrssicherheit

Auf das DIN-Abzeichen zu achten, ist also schon mal eine gute Entscheidungshilfe. Dennoch geht sie vielen Experten nicht weit genug. Deshalb klären wir an dieser Stelle noch etwas genauer, worauf es beim Kauf eines Schulranzens ankommt.

Reine Formsache

Mädchen mit Schulranzen blickt über Schulter

Der Schultornister sollte hochformatig sein, nicht über die Schultern deines Kindes hinausragen und auch nicht über den Kopf hinaus. Natürlich kannst du das mit einem Maßband nachmessen, wenn der Schulranzen ein Geschenk sein soll. Sehr viel sinnvoller aber ist es, dein Kind zum Einkaufen mitzunehmen. Dabei kannst du auch gleich überprüfen, ob der Ranzen dank eines ergonomischen, atmungsaktiven Rückenpolsters gut sitzt und sich das Schulkind in spe wohl damit fühlt. Übrigens: Wie du weißt, kommt es bei Kindern im Schulalter immer mal wieder zu ordentlichen Wachstumsschüben. Da lohnt sich unter Umständen die Anschaffung eines höhenverstellbaren Modells. 

Eine schwerwiegende Frage

Was das Gewicht betrifft, so gehen die Expertenmeinungen auseinander. Früher galt die Regel, dass die (beladene) Tasche nicht mehr als zehn bis zwölf Prozent des Körpergewichts ausmachen soll. Diese Empfehlung gilt mittlerweile als überholt, da sie aus der Zeit des Ersten Weltkriegs stammt und sich darauf bezog, wie schwer der Tornister eines Rekruten sein durfte, um bei Langzeitmärschen von über 20 Kilometern Muskelermüdung zu vermeiden. Auch bei der „Kidcheck“-Studie der Universität Saarland, bei der Ärzte, Sportwissenschaftler und Physiotherapeuten seit 1999 Kinder und Jugendliche auf Haltungsschwächen und -schäden untersuchen, kam heraus, dass Kinder problemlos auch gut 17 Prozent ihres Körpergewichts tragen können. Ein etwas schwerer Ranzen habe sogar einen Trainingseffekt, aktiviere die Muskulatur und stabilisiere die Wirbelsäule, so die Experten.

Signale setzen

Kinder mit reflektierenden Ranzen

Sichtbarkeit ist das A und O im Hinblick auf einen sicheren Schulweg. Deshalb müssen Schulranzen über mindestens 20 Prozent fluoreszierende Materialien, also leuchtende Flächen in Rot-Orange oder Grün-Gelb verfügen, und darüber hinaus über ausreichend Reflektoren, die bei Dunkelheit via Scheinwerferlicht die Autofahrer auf das Schulkind aufmerksam machen.

Gut gerüstet

So ein Schulranzen muss schon auch was aushalten können – selbst, wenn er vielleicht mal etwas ungestüm in die Ecke gepfeffert wird. Robuste, reiß- und bruchfeste Materialien und eine hochqualitative Verarbeitung sind daher unerlässlich, auch, wenn sich das natürlich im Preis niederschlägt. Außerdem sollte er wasserabweisend, besser noch wasserfest sein und – wichtig für die Gesundheit deines Kindes – frei von Schadstoffen. Schau unbedingt auf die Unterseite des Ranzens. Eine eingearbeitete Bodenplatte bzw. Bodenwanne oder zusätzliche Füße am Schulranzen sind entscheidend dafür, ob die Tasche – leer oder bepackt – über ein gutes Stehvermögen verfügt.

Tragende Rolle

Mädchen seitlich mit Schulranzen, Hände die Gurt befestigen

Manchmal könnte man meinen, der Schulranzen gehe mit dem Erstklässler spazieren – und nicht umgekehrt. Schließlich sind viele Kids bei der Einschulung doch noch klein und zart. Alles, was den Kindern das Tragen erleichtert, ist deshalb gut. Mindestens vier, besser auch fünf Zentimeter breite, verstellbare Schulterriemen mit einer guten Polsterung sorgen dafür, dass das Gewicht gut verteilt ist. Mediziner raten außerdem zu Modellen, die zusätzlich über einen Brust- und Hüftgurt verfügen und so eine optimale Gewichtsverteilung garantieren.

Intelligente Fächer

Auch auf eine durchdachte Innenaufteilung und das richtige Packen kommt es an, damit das Tragen nicht zur Qual wird. Die Faustregel: Schwere Bücher kommen nach hinten, eine schwere Trinkflasche etwa in der linken Außenseite, braucht ein ausgleichendes Gegengewicht rechts. Außerdem solltest du darauf achten, dass dein Kind immer nur das Unterrichtsmaterial in den Ranzen packt, das es am entsprechenden Tag auch wirklich braucht. Alles andere darf ruhig zuhause bleiben.



Ranzen, Rucksack oder Trolley?

Das fragst du dich vielleicht ebenso wie viele andere Eltern. Grundsätzlich ist gegen keine dieser Schultaschen-Varianten etwas einzuwenden. Trotzdem empfehlen die Experten für Schulanfänger (und für Grundschüler allgemein) den Ranzen – einfach, weil er optimal auf die Bedürfnisse der Kleinen angepasst ist. Ab der fünften Klasse ist dann vielleicht ein Rucksack cooler, der mehr Bewegungsfreiheit bietet, moderner aussieht und weniger sperrig ist. Trolleys mögen zwar komfortabler wirken, doch wegen der einseitigen Belastung der Rückmuskulatur werden sie vor allem von Orthopäden kritisch gesehen.

Last but not least: das Design

Einhörner, Piraten, Bärchen oder Flugzeuge – was deinem Kind heute gefällt, könnte in ein paar Monaten schon wieder völlig out sein. Überlegenswert ist es deshalb, ein Modell zu kaufen, dass etwas neutraler im Design ist. Mit sogenannten „Patchies“ (speziellen Aufklebern) kann man dann den Ranzen immer wieder anders gestalten.

Der Testsieger: Scout Alpha

Der Testsieger: Scout Alpha

  • erfüllt alle Qualitäts- und Sicherheitsmerkmale
  • mit 20,5 Litern Volumen 2 Liter mehr Platz als beim Vorgänger-Modell
  • inklusive integriertem Brust- und abnehmbarem Hüftgurt
  • in vielen Designs zu haben
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Der „Scout Alpha“ ist das neueste Modell der Traditionsmarke „Scout“ und mit verschiedenen Motiven erhältlich. Er belegte sowohl bei „Stiftung Warentest“ als auch bei „Ökotest” den ersten Platz und darf sich jetzt „bester Schulranzen 2018“ nennen. Nicht nur in Hinblick auf die Handhabung und den Tragekomfort gab es ein „sehr gut“. Auch bei den Sicherheits-Vorgaben war dieses Model ein Vorbild. Zwar wurden – bei Ökotest eines der wichtigsten Kriterien – die gesundheitsverträglichen Inhaltsstoffe nur mit „ausreichend“ bewertet, doch das war beim Test dieses Instituts von allen Modellen immer noch die beste Note.

Der Nachhaltige: Ergobag Cubo (5-teilig)

Der Nachhaltige: Ergobag Cubo (5-teilig)

  • mehr Bewegungsfreiheit für die Arme
  • Ringsum-Reflektion
  • Deckelschnalle per „Einfinger-Griff leicht zu öffnen
  • wächst mit
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Das Kölner Unternehmen „Ergobag“ setzt, wie der Name schon vermuten lässt, voll und ganz auf perfekte Ergonomie. Das Modell „Cubo“ ist ein Ranzen mit Rucksack-Elementen, der sich auch für Erstklässler eignet. Er bietet maximale Flexibilität, ist aber dank seiner Bodenwanne absolut standfest. Wenn du viel Wert auf Nachhaltigkeit legst, ist „Cubo“ die richtige Wahl: Denn „Ergobag“ setzt voll und ganz auf „Upcycling“. Die Schultaschen werden zu 100% aus recycelten PET-Flaschen hergestellt.

Der Preis-Leistungs-Hit: Herlitz Midi Plus (6-teilig)

Der Preis-Leistungs-Hit: Herlitz Midi Plus (6-teilig)

  • schmaler Schnitt
  • 2-fach verstellbare Schultergurte
  • zusätzlicher Reflektor im Magnetschloss und Reflexnähte
  • Extras wie graviertes Namensschild
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Wenn dein Kind eine etwas zartere Statur hat, dann eignen sich die Midi-Modelle von „Herlitz“ besonders gut. Sie sind nämlich extra schmal geschnitten und bringen auch nur ein geringes Eigengewicht mit. Dazu musst du allerdings auch wissen, dass das Volumen mit ca. 16 Litern etwas geringer ausfällt als bei Modellen anderer Firmen. In puncto Tragekomfort, Sicherheit, Verarbeitung und der hochwertigen Reflex-Materialien muss der „Herlitz Midi“ den Vergleich aber nicht scheuen. Unschlagbar ist aber auf alle Fälle das Preis-Leistungsverhältnis.

Der Zauberhafte: Spiegelburg Ergo Style plus (8-teilig)

Der Zauberhafte: Spiegelburg Ergo Style plus (8-teilig)

  • sehr hoher Tragekomfort
  • mit Applikationen und Stickereien versehen
  • Extra Handyfach in der Innentasche
  • ideales Verhältnis von Leergewicht und Volumen
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Wenn du eine kleine Tochter hast, kennst du ganz sicher Prinzessin Lillifee, den Star des Traditionsverlags Coppenrath. Dessen Label „Die Spiegelburg“ hat auch ganz zauberhafte Schulranzen im Programm, die mit viel Liebe zum Detail ausgestattet sind, ganz schön was einstecken können und allen DIN-Ansprüchen entsprechen. Auch über Extras wie Trinkflasche, Sportbeutel, Brotdose etc. kann sich dein Kind freuen. Natürlich werden beim „Ergo Style plus“ nicht nur verspielte Mädchen, sondern auch die Jungs fündig. Zum Beispiel bei lässigen T-Rex- oder Skateboard-Motiven.

Der Vielfach-Geprüfte: Step by Step Flexline (5-teilig)

Der Vielfach-Geprüfte: Step by Step Flexline (5-teilig)

  • hoher Komfort
  • besonders wasserabweisendes Material
  • stufenlos verstellbares, rückenschonendes Tragesystem
  • integrierte Brust- und Hüftgurte
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Der süddeutsche Hersteller „Hama“ engagiert sich mit seiner Schulranzen-Marke „step by step“ seit vielen Jahren bei der Aktion „Gesunder Rücken e.V“. und kann mit einer hohen Expertise in Sachen Ergonomie punkten. Die Taschen wurden auch von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung getestet und für gut befunden. Ganz besonders heben unabhängige Experten die sehr stabile Leichtbauweise hervor. Weil bei den Vorläufermodellen zu wenig reflektierende Flächen bemängelt wurden, hat der Hersteller mit der Serie „Flexline“ nachgebessert, sodass nun alle Sicherheitsvorgaben erfüllt sind.

Das Leichtgewicht: Lego Easy (5-teilig)

Das Leichtgewicht: Lego Easy (5-teilig)

  • nur ca. 870 g schwer, bei 22 Liter Volumen
  • mit extra Regen-/Sicherheitshülle
  • inklusive Sporttasche mit großem Hauptfach und separatem Schuh- oder Nassfach
  • beschichtetes Material für lange Farbechtheit
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Ja, „Lego“ kann auch Schulranzen machen, und zwar ziemlich gut! Vor allem wird dich die Leichtigkeit der „Lego Easy“-Modelle überzeugen, die ganz besonders für etwas kleinere Schulkinder geeignet sind, und mit trotzdem 22 Litern Volumen reichlich Stauraum mitbringen. Was die Experten allerdings bemängeln, ist der fehlende Hüftgürtel, der etwas Gewicht von den Schultern der Grundschüler nehmen würde. Ansonsten lautet das Fazit: „Klein aber oho!“



Gaby Ullmann
von Gaby Ullmann

Gaby Ullmann arbeitet als freie Journalistin in München, schreibt über Gott und die Welt und alles, was sie interessiert. Ist ansonsten am liebsten irgendwo auf Reisen oder beim Standup-Paddeln am See.