Umweltfreundlich leicht gemacht: Haushalts-Tipps für den Alltag

Gut für die Natur und gut für euch. Erfahrt hier, wie ihr etwas Gutes für die Umwelt tun könnt - und das ohne viel Aufwand. Unsere Autorin Giulia Carta verrät ihre besten Tipps für einen umweltfreundlichen Haushalt.

Giulia Carta von Giulia Carta   |   25 September 2018
Umweltfreundlich leicht gemacht: Haushalts-Tipps für den Alltag

Es ist unsere Aufgabe, die Welt in der wir leben sauber zu halten und jede Art von Verschmutzung zu vermeiden. Daher ist es wichtig, dass wir alle einen Beitrag leisten. Auch, wenn es nur ein kleiner ist.

Also, was genau könnt ihr machen? Umweltfreundlich zu leben, ist viel einfacher als ihr denkt. Zu Beginn ist nur etwas mehr Achtsamkeit nötig bei der Frage, was und wie viel ihr einkauft. Nach kurzer Zeit werdet ihr merken, was für eine große Bedeutung jede noch so kleine Geste haben kann. Seid ihr motiviert und direkt auf der Suche nach Umwelttipps für den Alltag, die man sofort umsetzen kann? Dann seid ihr hier richtig! Ich habe einige einfache und nützliche Beispiele zusammengestellt. Wir bei comprigo beispielsweise achten auf folgende Dinge:


  • Mülltrennung: In Deutschland werden jährlich 411,5 Millionen Tonnen Abfall produziert. Das entspricht 600 kg Müll pro Kopf. Daran hat Plastik allein schon einen Anteil von über einem Drittel (ca. 220 kg). Den Müll richtig zu sortieren hilft der Umwelt, weil dadurch weniger Ressourcen neu produziert werden müssen.

  • Wiederverwenden: Da selbst das Recyclen bereits eine Umweltverschmutzung darstellt, solltet ihr am besten Artikel kaufen, die man mehrmals verwenden kann.
    Wusstet ihr zum Beispiel, dass für die Produktion von einem Kilo Baumwolle etwa 11.000 Liter Wasser benötigt werden? Abschminkpads, Binden, aber auch Kleidung und viele andere alltägliche Dinge bestehen aus diesem kostbaren Material. Ihr könnt der Umwelt einen großen Gefallen tun, wenn ihr wiederverwendbare Produkte kauft.

  • Produkte aus nachwachsenden und nachhaltigen Rohstoffen: diese Art von Produkten sind besonders umweltfreundlich, da sie schnell wachsen und ohne schädliche Konsequenzen für unseren Planeten geerntet werden können. Nehmen wir z.B. den Bambus: Da diese Pflanze bis zu einem Meter pro Tag wächst, taugt sie nicht nur als schöne Deko, sondern wird auch für Alltagsgüter wie Zahnbürsten, Geschirr oder sogar Küchentücher verwendet.


1. UMWELTFREUNDLICHES ESSEN UND TRINKEN FÜR UNTERWEGS

Morgens haben wir es eilig. Die meisten schlafen lieber 10 Minuten länger statt früher aufzustehen, um ein ordentliches Frühstück zu sich zu nehmen. Aber was ist daran so schlimm? Man holt sich auf dem Weg zur Arbeit einen Kaffee und einen Snack und das Problem ist gelöst, oder? Doch was ist das Resultat? Jede Stunde werden rund 320.000 Plastikbecher weggeworfen, und das allein in Deutschland!. Aber keine Sorge, ihr müsst auf euren flüssigen Wachmacher gar nicht verzichten.

Die einfachste Lösung ist eine wiederverwendbare Bambus-Tasse, so wie diese von Ebos. Diese Tasse besteht aus Bambus- und Maisfasern, also nachwachsenden Rohstoffen, die langlebig und komplett kompostierbar sind. Außerdem ist Bambus von Natur aus frei von BPA, was gut für die eigene Gesundheit ist.

Lunch-Box aus nachwachsenden Rohstoffen

Lunch-Box aus nachwachsenden Rohstoffen

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Für Snacks gibt es die gleiche Lösung: Die Lunch-Box von ajaa! ist 100% natürlich und aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Sie besteht aus Zuckermelasse, Mineralien und Wachsen, ist pflegeleicht und geeignet für die Spülmaschine.

Ich habe die beiden obigen Produkte getestet und bin sehr zufrieden damit. ABER! Die Lunch-Box eignet sich nicht für flüssige Mahlzeiten wie Suppen, da sie nicht komplett dicht ist. Ich empfehle, sie ausschließlich als Brotdose oder für festes Essen zu benutzen:


2. UMWELTBEWUSST IN DER KÜCHE

Fangen wir mal ganz einfach mit der Mülltrennung an. Dieser Eimer von Songmics ist formschön designt und hat eine praktische Abtrennung, z.B. für Papier, Plastik und Kompost. Der Eimer lässt sich dank der herausnehmbaren Inneneimer aus Kunststoff leicht reinigen.
Die Tatsache, dass die Kapazität der Inneneimer relativ begrenzt ist, stellt keinen Nachteil dar - im Gegenteil: Der Müll kann regelmäßiger geleert werden. Das hilft, unangenehme Gerüche zu vermeiden.

Da Papier nur recycelt werden kann, wenn es nicht schmutzig ist, braucht ihr für den Papier-Eimer sogar keine Tüte, da keine Verunreinigung zu erwarten ist.

Plastik hingegen kann auch schmutzig in die Tonne wandern, weshalb ich empfehle, Tüten zu benutzen, die ihr ohnehin schon zu Hause habt, anstatt extra spezielle Mülltüten zu kaufen. Verpackungen von Toilettenpapier, Gemüse & Co. eignen sich auch sehr gut dafür.

Für den Kompost-Müll sind kompostierbare Tüten erhältlich.

Außerdem empfehle ich, so plastikfrei wie möglich zu leben. Dieses Material ist weder gut für unsere Gesundheit (es wird aus Erdöl gewonnen), noch für den Planeten. Eine Plastikflasche z.B. braucht 450 Jahre, um sich zu zersetzen - mit schrecklichen Auswirkungen auf Natur und Tierwelt.

Schon allein durch eine sachgemäße Mülltrennung leistet ihr einen Beitrag dagegen.

Bambus-Küchenrolle

Bambus-Küchenrolle

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Küchenrollen aus Bambusfasern sind eine echte Innovation: 100% frei von Holzfasern, verhindern sie die Entwaldung. Bambus ist ein sehr vielseitiger Rohstoff: Es ist eine der umweltfreundlichsten Ressourcen auf der Erde, da sie sehr schnell wächst. Zudem kann Bambus ohne für den Planeten schädliche Konsequenzen geerntet werden.

Doch was hat ein Bambus-Küchentuch so Geniales an sich? Die Tücher sind sehr strapazierfähig, saugstark und langlebig. Im Unterschied zu den Papiertüchern, die nach einmaligem Gebrauch weggeworfen werden, können Bambustücher einfach in der Waschmaschine gewaschen und bis zu 100 mal wiederverwendet werden (...und werden nach jedem Waschen sogar saugfähiger und weicher). Auf diese Weise ersetzt eine einzige Küchenrolle aus Bambusfasern etwa 60 Küchenrollen aus Papierfasern.
Bambus ist hypoallergen und antibakteriell - ein Haushalts-Produkt, das gleichzeitig gut für die Umwelt und die Gesundheit ist!

Ich habe die waschbare Bambus-Küchenrolle von Pandoo getestet und kann sie nur empfehlen. Der einzige “Nachteil”, den ich gefunden habe: Wenn das Tuch erst einmal von der Rolle abgerissen wurde, kann man es verständlicherweise nicht mehr an diese “zurückkleben”. Die Tücher sollten dann in einer Schachtel o.ä. aufbewahrt werden.

Dauerbackfolie

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Falls ihr bis jetzt das Backpapier nach jeder Anwendung in die Papiertonne entsorgt habt - da gehört es eigentlich gar nicht hin. Backpapier besteht zwar aus Papier, aber es hat auch eine nicht trennbare Schicht aus Silikon, die ungeeignet für das Recyclen von Papier ist.
Außerdem, Backpapier ist wieder eines jener Produkte, das nach jeder einzelnen Anwendung weggeworfen wird. So entsteht unnötig eine große Menge Müll.

Mein Vorschlag: wiederverwendbares Backpapier, bzw. Dauerbackfolie. Sie besteht aus Glasfasergewebe, das mit Teflon beschichtet ist und lässt sich deshalb leicht spülen (es ist sogar spülmaschinengeeignet). Damit ist sie jedes Mal zum Einsatz bereit und hilft den Müll zu reduzieren.

Ich habe die Dauerbackfolie von Amazy je nach Größe meiner Backbleche zugeschnitten, denn wenn die Folie geknickt wird, verringert sich ihre Haltbarkeit.

Öko-Spülschwamm

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Wie ich bereits im Artikel Umweltfreundlich leicht gemacht: Hygiene- und Körperpflege-Tipps für den Alltag zum Thema Luffa-Schwamm erwähnt habe, lösen sich bei herkömmlichen Schwämmen aus Kunststoff bei jedem Waschgang kleine Plastik-Fasern, die dann in unseren Meeren landen - und, wenn ihr Fisch verzehrt, in eurem Organismus.
Aus dem gleichen Grund sind Holz- oder Bambus-Bürsten den Plastikbürsten zu bevorzugen.

Die Öko-Schwämme von Sonett werden zwar im Restmüll entsorgt, können aber mehrmals in der Waschmaschine bei 60° C gewaschen werden und sind dadurch kosten- und müllsparend.

Manche Veganer werden die Nase rümpfen, doch ich habe die Bienenwachstücher von BEE IN probiert und kann nicht mehr darauf verzichten. Nicht nur, dass diese Tücher aus Öko-Baumwolle und Bienenwachs sind, sie sind vor allem müllsparend. Dank dieser Tücher brauche ich keine Alu- oder Frischhaltefolie zu kaufen und kann bedenkenlos mein Essen darin einpacken, ohne dass das Wachs den Geschmack beeinflusst.

So einfach funktioniert es: Die Wärme eurer Hände biegt das Tuch in die gewünschte Form, die es dann beibehält. Bis auf Fleisch und Fisch (und vielleicht Suppe) sind sie für die Konservierung jedes Essens geeignet. Sie lassen sich leicht mit kaltem Wasser und einem leicht eingeseiften Schwamm (mit der weichen Seite) spülen. Und wenn sie gut gepflegt und im Kühlschrank aufbewahrt werden, halten sie über ein Jahr - je nachdem, wie oft sie verwendet werden.

Die Bienenwachstücher kommen in einem Set von 3 verschiedenen Größen und können auch als Dosendeckel verwendet werden. Allerdings empfehle ich wegen der Größe eher Dosendeckel aus Silikon.


3. ÖKOLOGISCH IM SUPERMARKT

Einkaufstaschen für den Einkaufswagen

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Keine Plastiktüten mehr und schnelles Einpacken - das geht mit den Einkaufstüten von Trolley Bags. Wenn die Taschen - vier insgesamt - leer sind, lassen sie sich bequem einrollen und nehmen nicht viel Platz weg. Sie können bis zu 15 kg tragen und vor allem immer wieder verwendet werden. Auf Youtube findet ihr auch Videos, die euch genau zeigen, wie das funktioniert.
Für kleinere Einkäufe oder fürs Shoppen ist es immer gut, eine kleine, faltbare und wiederverwendbare Tüte wie diese von LOQI dabei zu haben.

Mittlerweile kennen alle die Bildern Schildkröten oder anderen Meerestieren, die in Plastik-Netzen oder Tüten feststecken und darin qualvoll verenden. Das Plastik-Problem ist keine Legende, etwa 32 Millionen Tonnen an Plastikmüll gelangen jedes Jahr in die Umwelt. Eine einzelne Plastiktüte braucht 10 bis 20 Jahre, um sich komplett zu zersetzen.
Der Verbrauch von Plastiktüten hat sich schon bemerkenswert reduziert, seitdem sie nicht mehr in jedem Geschäft kostenlos zu bekommen sind. Viele Händler bieten ihren Kunden nun Papiertüten an, die zwar schneller kompostierbar, aber trotzdem nicht so umweltfreundlich wie die wiederverwendbare Einkaufstüten sind. Denn auch diese tragen zur Rodung der Wälder bei und verursachen schädliche Industrie-Gase, die bei deren Produktion ausgestoßen werden.

Plastikmüll fällt aber auch durch die zahllosen Gemüsebeutel an, also diejenigen transparenten Plastikbeutel, die in nahezu jeder Gemüseabteilung zum Verpacken angeboten werden. Anders als die Einkaufstüten an der Kasse, sind diese weiterhin kostenlos.

Ebenso praktisch, aber weniger umweltbelastend sind die wiederverwendbaren Gemüsebeutel aus Baumwolle, wie z.B. diese von Treebox. Das Netz lässt einfach durchblicken, was drin ist und auf dem Aufnäher lassen sich die Preis-Etiketten leicht anbringen und ablösen. Falls sie schmutzig werden sollten, kannst du sie auch einfach in die Waschmachine packen und schon sehen die wieder wie neu aus.

Giulia Carta
von Giulia Carta

Geboren im wunderschönen Genua am Mittelmeer zog es die Italienerin vor einigen Jahren nach Köln, um Sprachwissenschaften zu studieren. Hegt eine tiefe Abneigung gegen Menschen, die ihren Müll nicht ordentlich trennen oder überhaupt die Umwelt unsachgemäß behandeln. Lebt seit über 3 Jahren den veganen Lebensstil voll aus. Unnötig zu erwähnen, dass sie ein äußerst tierlieber Mensch ist und selbst Besitzerin von zwei Katzen. Da Bier glücklicherweise vegan ist, gönnt sie sich von Zeit zu Zeit auch gern mit Freunden ein kühles Kölsch am Rhein oder feiert ausgelassen Karneval.