Umweltfreundlich leicht gemacht: Hygiene- und Körperpflege-Tipps für den Alltag

Der Markt für Pflegeprodukte ist enorm und wächst kontinuierlich. Unsere Autorin Giulia Carta versucht seit vielen Jahren sehr bewusst zu leben und verrät euch ihre Favoriten, die gut verträglich für den Menschen und die Umwelt sind.

Giulia Carta von Giulia Carta   |   18 September 2018
Umweltfreundlich leicht gemacht: Hygiene- und Körperpflege-Tipps für den Alltag

Mit welchen Maßnahmen können wir die Natur schützen und gleichzeitig etwas für unsere Gesundheit tun? Wie kann man etwas gegen die Verschmutzung unseres Planeten unternehmen, ohne auf wirksame Beauty-Produkte zu verzichten?

Das wollte ich wissen und testete sechs Produkte, die für uns und die Umwelt sehr gut verträglich sind.
Wichtig war mir, beim Kauf immer auf die Zutatenliste und auf die Größe der Verpackung zu schauen: Besonders habe ich darauf geachtet, dass die Produkte wiederverwendbar sind, um dabei zu helfen, den Müll auf den Müllhalden zu reduzieren. Außerdem sollten die Produkte frei von Plastik, Mikroplastik, BPA (Bisphenol A) und Palmöl sein. Auch die Produkte mit unnötig großer Verpackung schloss ich von vornherein aus.

Es lohnt sich immer ein Paar Euro mehr zu investieren, um der Umwelt einen Gefallen zu tun, denn schließlich ist es der Planet, auf dem wir alle leben.

Jede Frau kennt das, einmal im Monat ist es soweit. Je nach Dauer der Periode und der Intensität der Blutung verbraucht jede Frau zwischen 8 und 16 Binden pro Zyklus. Das entspricht monatlichen Kosten in Höhe von ca. 4-5 Euro. Im Laufe der Zeit ist das nicht nur fürs Portemonnaie schlecht, sondern vor allem für die Umwelt: Im Jahr werden nämlich ca. 45 Milliarden Tampons und Binden weltweit verbraucht.

Eine kosten- und umweltschonende Lösung , die mittlerweile auch auf vielen Blogs gefeiert wird, ist die Menstruationstasse. Sie besteht aus Silikon und sieht wie eine kleine Tasse aus. Sie lässt sich problemlos einführen und kann dank eines kleinen Griffes leicht herausgenommen werden. Sie ist in vier verschiedenen Größen erhältlich, je nachdem wie stark der Ausfluss ist (L und XL sind nur für reife Frauen oder Mütter empfehlenswert). Je nach Bedarf kann man sie alle 5-10 Stunden entleeren. Gut gepflegt lässt sie sich mehrere Jahre wiederverwenden. Wenn ihr euch nicht sicher seid, wie oft ihr die Tasse entleeren solltet und um eventuelle kleine Blutflecken zu vermeiden, empfehle ich euch die zusätzliche Verwendung von waschbaren Binden aus Baumwolle.

Eine Menstruationstasse ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit. Warum? Tampons und Binden kommen mit empfindlichen Stellen unseres Körpers in Berührung, doch nicht alle Frauen machen sich Gedanken über deren Inhaltsstoffe. Konventionelle Binden bestehen aus Kunststoff und mit Pestiziden und anderen Schadstoffen behandelter Baumwolle, wenn diese nicht aus biologischem Anbau stammt. Außerdem saugen Tampons - anders als die Menstruationstassen - nicht nur Blut, sondern auch wichtige Scheidenflüssigkeit auf.

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Waschbare Abschminkpads

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Die Routine (fast) jeder Frau: morgens schminken, abends abschminken. Dabei fallen eine große Menge an Abschminkpads pro Jahr an. Für die Produktion von einem Kilo Baumwolle werden etwa 11.000 Liter Wasser benötigt. Da diese auf Kosten der Umwelt teuer produzierten Pads nur einmal verwendbar sind, produzieren sie beim Wegwerfen jede Menge Müll und sind für die Umwelt schädlich. Außerdem wird Baumwolle oft mit Pestiziden und anderen Chemikalien behandelt (siehe auch Tampons und Binden); das schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch unserer Gesundheit. Die Lösung sind waschbare und wiederverwendbare Abschminkpads aus Stoff. Mein Favorit sind die Pads von ImseVimse, die mit einem bequemen Netz geliefert werden, das auch in der Waschmaschine zur Reinigung benutzt werden kann.

Für die Fans von Do-It-Yourself: Ihr könnt diese wiederverwendbaren Abschminkpads auch ganz leicht selber machen. Alles, was ihr dazu benötigt, ist waschmaschinenfester Bio-Stoff oder Stoffreste, Nadel, Faden und ein wenig Geduld.

Es heißt, man solle alle 30-60 Tage eine neue Zahnbürste benutzen. Das ergibt am Ende des Monats eine ganze Menge an Plastikmüll, der ganz einfach mit einer Zahnbürste aus biologisch-abbaubaren Materialien vermieden werden kann. Mein Vorschlag: Lieber Zahnbürsten aus Bambus-Holz verwenden. Warum? Weil Bambus einer der nachhaltigsten Rohstoffe ist, den wir haben. Diese Pflanze wächst so schnell (ca. 1 Meter am Tag), dass man dabei zusehen kann. Zudem kann sie umweltfreundlich geerntet werden.
Je nachdem, wie oft sie verwendet wird, hält eine Bambus-Zahnbürste für mehrere Monate und kann am Ende einfach auf den Kompost geworfen werden.

Die Entscheidung für eine Bambus-Alternative ist nicht nur gut für die Umwelt, sie schützt auch den Mundraum und die Zähne, weil Bambus von Natur aus BPA-frei und antibakteriell ist.

Zusammen mit der Zahnbürste empfehle ich eine feste Zahnpasta, die in einer umweltfreundlicheren Verpackung kommt als die konventionelle Zahnpasta-Tube. Der Holz-Stiel kann am Ende bedenkenlos im Kompost-Müll entsorgt werden.

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Gewonnen wird dieser Schwamm aus einem Kürbis, der wie eine Gurke aussieht. KLingt komisch, ist aber so. Die Fasern des Kürbisses werden ausgetrocknet, um uns einen plastikfreien Wunder-Schwamm zu schenken. Erstaunlicherweise ist das Material sehr resistent und kann in der Waschmaschine gewaschen werden. Luffa-Schwämme halten wesentlich länger als Schwämme aus Kunststoff und schimmeln nicht. Da sie rein pflanzlich sind, können sie auch in den Bio-Müll entsorgt werden.


Doch warum ist die Luffa-Alternative besser als ein konventioneller Schwamm? Kunststoff-Schwämme bestehen aus Plastik und bei jedem Waschgang lösen sich kleine Plastik-Fasern aus dem Material. Diese Fasern landen dann in unserem Meer und werden von Fischen verzehrt. Das heißt - wenn ihr Fisch esst - landen sie am Ende in eurem Körper.

Ich empfehle den Luffa-Schwamm sowohl als Körper- als auch Küchen-Schwamm. Wichtig ist, dass der Schwamm nach jeder Anwendung gründlich mit Wasser gespült und aufgehängt wird, damit er richtig trocknen kann. So vermeidet ihr, dass sich Bakterien bilden und verlängert seine Haltbarkeit.

Körperpeeling ohne Mikroplastik

Körperpeeling ohne Mikroplastik

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Jüngere Haut, verfeinerte Poren, strahlendes Aussehen: Das sind die Versprechungen der Peeling-Produkte, die wir in den Drogerie-Märkten finden. Tatsächlich entfernen Peelings tote Zellen aus unserer obersten Hautschicht, wenn die kleinen Körnchen, die darin enthalten sind, über die Haut gerieben werden. Das klingt natürlich gut für uns und unser Aussehen, aber sind die Konsequenzen für die Umwelt ebenso verlockend? Das kommt ganz darauf an, ob in unserem Peeling Mikroplastik enthalten ist oder nicht. Aber zuerst einmal: Was genau ist Mikroplastik überhaupt und was hat sie in unserer Körperpflege zu suchen?

Mikroplastik sind kleine Plastik-Kügelchen, die für Peelings “gut” geeignet sind, da sie die Haut streichelzart machen. Das Problem jedoch ist: Wenn das Produkt nach dem Benutzen abgewaschen wird, landen diese Plastik-Kügelchen in unseren Gewässern und Meeren - mit katastrophalen Konsequenzen für die Tierwelt und - wenn ihr Fisch esst - auch auf eure eigene Gesundheit. Die Kügelchen werden nämlich von Vögeln, Fischen und Weichtieren gefressen.

Außerdem mag unsere Haut nach der Anwendung zwar schön weich sein, aber ein solch enger Kontakt von kleinen Plastikpartikeln mit unserem Körper ist nicht unbedenklich. Schließlich wird Plastik aus Erdöl gewonnen und enthält BPA und andere für unsere Gesundheit schädliche Inhaltsstoffe.

Achte beim Kauf darauf, ob die Pflegeprodukte Mikroplastik enthalten. Auf dieser Seite kannst du sehen, unter welchem Namen Mikroplastik-Inhaltsstoffe auf der Zutatenliste auftauchen könnten.

Ich möchte euch den Peeling-Zucker von Greendoor vorstellen. Er ist frei von Mikroplastik sowie Palmöl, wurde nicht an Tieren getestet und ist dazu noch vegan. Außerdem BPA-frei, antibakteriell - ein echter Umwelt-Tipp also.

Festes Deo ohne Aluminium

Festes Deo ohne Aluminium

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Keiner mag es, morgens auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn zu sitzen und zu ersticken, weil beim Nebenmann wieder einmal das Deo versagt. Deshalb heißt es immer: morgens ordentlich waschen und am besten ein Deo gegen den Schweißgeruch auftragen. Damit ist das Deo eines der Produkte, die jeden Tag in engem Kontakt mit unserem Körper sind. Aber zunächst einmal: Wodurch entsteht eigentlich unangenehmer Körper-Geruch?

Grund für die unerwünschten Gerüche sind Bakterien. Durch das Schwitzen kommt die Flüssigkeit aus unserem Körper in Kontakt mit diesen Bakterien, und das Ergebnis umschmeichelt deine Nase. Schwitzen ist eine sehr wichtige Funktion unseres Körpers - es hilft ihm nämlich, seine Temperatur konstant zu halten - und sollte nicht verhindert werden, wie beispielsweise durch Deos, die Aluminium enthalten. Tatsächlich verstopft Aluminium die Hautporen. Dadurch wird aber nicht nur der unerwünschte Geruch, sondern auch der wichtige Schweißfluss gestoppt.

Mich hat T'eo überzeugt, das feste Deo von Lush: Anstatt unsere Poren komplett zu verschließen, schränkt es das Wachstum von Bakterien ein und absorbiert gleichzeitig unangenehme Gerüche. Es ist zwar etwas kostspieliger, aber es hält dafür auch mehrere Monate.

Dieses Deo ist nicht nur haut-, sondern auch umweltfreundlich: Es ist nicht in Plastik verpackt und am Ende bleiben weder Plastik- noch Glasteile übrig, die im Müll landen.

Giulia Carta
von Giulia Carta

Geboren im wunderschönen Genua am Mittelmeer zog es die Italienerin vor einigen Jahren nach Köln, um Sprachwissenschaften zu studieren. Hegt eine tiefe Abneigung gegen Menschen, die ihren Müll nicht ordentlich trennen oder überhaupt die Umwelt unsachgemäß behandeln. Lebt seit über 3 Jahren den veganen Lebensstil voll aus. Unnötig zu erwähnen, dass sie ein äußerst tierlieber Mensch ist und selbst Besitzerin von zwei Katzen. Da Bier glücklicherweise vegan ist, gönnt sie sich von Zeit zu Zeit auch gern mit Freunden ein kühles Kölsch am Rhein oder feiert ausgelassen Karneval.