Einmal massieren, bitte - welche Massagegeräte lohnen sich?

Nackenschmerzen? Unsere Autorin Silke Mietzner kennt das Problem. Können Massage-Geräte für Zuhause tatsächlich Abhilfe schaffen? Sie hat es getestet.

Silke Mietzner von Silke Mietzner   |   11 September 2018
Einmal massieren, bitte - welche Massagegeräte lohnen sich?

Der Körper ist schon schlau. Wenn irgendwo ein Muskel schmerzt, dann reagieren wir ganz intuitiv und kneten, drücken und massieren die Stelle, um die Beschwerden zu lindern. Meist tun wir das ganz nebenbei und unbewusst. Ein Masseur geht natürlich ganz gezielt gegen Spannungszustände im Gewebe vor, aber bei ihm muss man ja erst einen Termin machen… und warten… Und das ist mir manchmal zu lästig.  

Kein Wunder, dass die Nachfrage nach Massagegeräten groß ist. 1.870.000 Ergebnisse bekommt man, wenn man das Wort “Massagegerät” bei Google eingibt. Gar nicht so einfach, da das richtige rauszupicken. Meine Problemzone ist vor allem der Nacken, die Schulterpartie und der Rücken. Fußmassagegeräte ignoriere ich also erstmal und wähle stattdessen acht sehr verschiedene Arten von Rücken- und Nackenmassagegeräten aus. Manche wie den Triggerpunkt-Haken von Body Back muss man per Hand bedienen. Andere wie eine große Shiatsu-Massageauflage von Medisana funktionieren mit Strom, hier heißt es einfach drauflegen und genießen.

Es gibt Geräte mit zusätzlicher Wärmefunktion und unterschiedlichen Massagearten, die sich an bewährten Körpertherapien orientieren:

  • Shiatsu

  • Reflexzonenmassage

  • Bürstenmassage

  • Klopfmassage

  • Vibrationsmassage

Dabei werden die warmen Finger des Masseurs durch Infrarot oder Rotlicht simuliert. Vibrationen lockern erste Verspannung vergleichbar mit dem Fingerklopfen einer manuellen Massage. Rotierende Massageköpfe setzen gezielte Impulse bei punktuellen Verspannungen und ähneln einer Massage mit Daumen oder Ellenbogen.

So habe ich getestet

Frau auf Stuhl mit acht Massagegeräten

Getestet habe ich die Massagegeräte zuhause, meistens abends, wenn Nacken und Rücken verspannt waren von der Computerarbeit. Und auch mein Lebensgefährte Peter musste testen. Er hatte nach der Gartenarbeit an einem Samstag vormittag plötzlich einen Hexenschuss. Also hieß es: Hinlegen, Rücken freimachen. Die schmerzhafte Stelle fand ich auf Anhieb und Peter seufzte: „Oh ja, genau da!“. Meine Behandlung mit Infrarotwärme und Klopfmassage wirkte tatsächlich. Dank des Beurer MG 70 Infrarot-Massagegerätes war der Hexenschuss nach drei Tagen verschwunden. Dabei behandelte ich Peter nur zweimal am Tag 10 Minuten lang. Kein jammernden Mann mehr zu Hause - dieses Gerät ist auf jeden Fall schon mal ein Siegertyp.

Massieren lassen, so oft man will

Massage-Kissen

Mir persönlich sind Massagen ja immer zu kurz. Darin bestätigte mich auch eine US-Studie an Menschen mit chronischem Nackenschmerz. Sie kam zu dem Schluss, dass nur Massagen von mindestens 60 Minuten am Stück Wirkung zeigen, und das auch nur, wenn mehrmals die Woche behandelt wird. Wurden Testpersonen dagegen nur ein, zwei Mal pro Woche für 30 Minuten massiert, klagten sie fast genauso stark über Schmerzen wie vorher. 

Da ist es doch besser, sich ein gutes Massagegerät anzuschaffen, dass man benutzen kann, so oft man will. Neulich zum Beispiel wachte ich mit verspanntem Nacken auf, hatte leichte Kopfschmerzen, die aus dem Nacken hochzogen. Da kam mir das Beurer Shiatsu-Massagekissen MG147 gerade recht. Ich legte den Kopf im Bett auf das Kissen und ließ mir den Nacken mal aufwärts, mal abwärts massieren. Vier Knöpfe, die sich in hypnotischem Tempo kreisförmig bewegen -  das fühlte sich so angenehm an, dass ich fast noch einmal eingeschlafen wäre. Nach 15 Minuten war die Massage beendet - und man glaubt es kaum - die  Verspannungen und Kopfschmerzen waren verflogen.

Meine Favoriten

Vier Möglichkeiten, das Massagegerät zu nutzen

Mein absoluter Liebling aber das ist Original Donnerberg Massagegerät, das wirklich super durchdacht ist und mit dem sich fast jede Körperzone behandeln lässt. Ich nutze es vor allem für die Schulterpartie. Angenehm schwer liegt es auf, dadurch können die rotierenden Kugeln gut zupacken. Man hat das Gefühl von echten Händen geknetet zu werden. Die Geschwindigkeit ist regulierbar. Die Richtung wechselt das Gerät von alleine. Wärme und Vibration verstärken die Wirkung. Ja, dieses Gerät kann einen echten Masseur ersetzen. Übrigens: Ich hatte es auf einer Autofahrt durch Deutschland dabei und verwendete in jeder Pause. Schultern und Nacken fühlten sich herrlich durchgeknetet und warm an und ich kam nach 800 Kilometern total entspannt ans Ziel. 

Ähnlich effektiv und entspannend wirkt die Medisana MC 825 Massageauflage. Hat man dafür erstmal den passenden Stuhl gefunden, auf den die Auflage passt, dann kann man sich im Demo-Modus alle Funktionen zeigen lassen. Und das sind viele: Wärme, Infrarotlicht, verschiedene Rückenzonen, Akupressur an den Seiten oder am Po. Gut ist auch, dass sich die Auflage an verschiedene Körpergrößen anpassen lässt. Zu bedienen ist sie ganz bequem mit dem Handteil und gut verständlichen Knöpfen. 

Wenig Wellness-Effekt

Bügel mit zwei Massage-Bällen

Diesen Wellness-Effekt habe ich bei handbetriebenen Geräten wie dem Lacui Nackenmassagegerät und dem Triggerpunkt Selbstmassagewerkzeug von Body Back vermisst. Zumal es bei letzterem nicht mal eine gute Anleitung gab. Ich persönlich finde die Handhabung zu schwierig und das Gerät zu bockig. Grundsätzlich machen diese handbetriebenen Geräte für mich höchstens Sinn, wenn man einen netten Partner hat, der das Massieren übernimmt.



Mindestens 100 Euro ausgeben

Massageauflage für Stühle

Natürlich weisen alle Hersteller darauf hin, dass keines der Geräte eine medizinische Massage ersetzen kann und dass bei fortwährenden, schmerzhaften Verspannungen ein Physiotherapeut die richtige Lösung wäre. Aber das ist nur eine Vorsichtsmaßnahme von Seiten der Hersteller. 

Denn einige Geräte können durch ihre kräftige und handfeste Massagewirkung wirklich überzeugen. Allerdings solltet ihr bereit sein, mindestens 100 Euro auszugeben. Und noch ein Tipp: Bei einer kleinen Wohnung ist es ganz wichtig, auf die Größe des Geräts zu achten, denn eine Massage-Auflage ist schwer und nicht so leicht zu verstauen. Da ist es besser, ihr einen ständigen Platz zuzuweisen oder doch ein kleines Kissen zu wählen, das man jederzeit griffbereit ins Regal legen kann. 

Silke Mietzner
von Silke Mietzner

Sie lebt für Fashion, Beauty, Wellness, Lifestyle  – schon seit Jahren, und seit sie freiberuflich arbeitet, macht es ihr doppelt viel Spaß. Denn im Homeoffice hat sie vier Assistenten: Zwei sind schwarz, eine blond, einer rot. Keine Frage, mit dem Nachnamen Mietzner muss man einfach Katzenmama sein. Wenn ein kleines krankes Wildschwein am Gartenzaun steht, kümmert sie sich aber auch um diesen Patienten.